Schwester Margrit Schenkel

Grosse Ehre für Schwester Margrit Schenkel

Margrit Schenkel (2.v.r.) mit dem MUKIBA-Vorstand. Von links: Präsident Pfarrer Willy Im Obersteg, Helene Harlacher und Vize-Präsident Franz Leutert. (Bild Martin Mullis)

Grosse Ehre für Schwester Margrit Schenkel

Margrit Schenkel (2.v.r.) mit dem MUKIBA-Vorstand. Von links: Präsident Pfarrer Willy Im Obersteg, Helene Harlacher und Vize-Präsident Franz Leutert. (Bild Martin Mullis)

Margrit Schenkel arbeitet in Nord-Darfur unter bürgerkriegsähnlichen Wirren unerschütterlich an ihrem Lebenswerk. Unterstützt wird sie dabei vom Säuliämtler Verein MUKIBA-Sudan.

Von Martin Mullis

Inmitten von Kriegswirren und desolaten gesellschaftlichen Zuständen, kümmert sich die gelernte Krankenschwester seit Jahren um die Ärmsten der Armen.
In Bonstetten geboren und aufgewachsen besucht Margrit Schenkel das Säuliamt jährlich während zirka zwei Monaten. Diese Zeit nutzt sie, um mit Vorträgen über ihre Arbeit finanzielle Mittel aufzutreiben. Der Verein Mutter- und Kind-Betreuungs-Arbeit Sudan (MUKIBA), ist für Schwester Margrit Schenkel praktisch die einzige Verbindung nach Europa. Und diese Beziehung ist infolge der fürchterlichen Zustände im Sudan vielfach gestört.
Für die bereits 64-jährige Pflegefachfrau sind solche Schwierigkeiten hingegen nicht allzu exotisch, ist sie doch seit vielen Jahren gewohnt, unter den misslichsten Verhältnissen zu arbeiten. Ursprünglich für die Mission am Nil arbeitend, wurde Margrit Schenkel 1999 wegen der dort herrschenden kriegerischen Ereignisse zurückbeordert. Allen Gefahren zum Trotz blieb sie jedoch bei ihren Schützlingen, überzeugt hier am richtigen Ort helfen zu können.
Die Nachrichten, die uns aus diesen Regionen erreichen, berichten immer wieder von schweren Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen, die an der Zivilbevölkerung begangen werden, wie Zerstörung von Dörfern, Massaker, Plünderungen und Vergewaltigungen.


Von der Regierung
ohne Lohn angestellt

Schwester Margrit allerdings ist für die schwierigen humanitären Einsätze bestens gerüstet. Spricht sie doch neben sechs Sprachen auch noch eine nubische Stammessprache. Seit 2001 arbeitet sie in El Fasher, dem Hauptort der Provinz Nord-Darfur. Dort ist sie dem Gesundheitsminister der Provinz direkt unterstellt, was aber ganz und gar nicht heisst, dass sie für ihre Tätigkeit auch entlohnt wird. Da sie jedoch genau gleich wie die Einheimischen lebt und sich auch so ernährt, geniesst sie selbst in regierungskritischen Kreisen grossen Respekt. Sie fährt bei ihrer Arbeit in Darfur einen knallroten Vier-mal-Vier Stationswagen, den die Rebellen stets achtungsvoll und ungehindert passieren lassen. Schwester Margrit arbeitet im Westen von Sudan sozusagen als Privatperson und ist auf jeden Franken aus ihrer Heimat angewiesen. Ganz besonders wichtig und gewissermassen die Lebensader bedeutet für Schwester Margrit der Verein Mutter- und Kind-Betreuungs-Arbeit Sudan (MUKIBA). Der Vorstand des mehrheitlich im Säuliamt beheimateten Vereins, unterstützt denn auch mit grossem Aufwand ihre Tätigkeit.
Das Hilfswerk MUKIBA-Sudan wird geleitet vom pensionierten Pfarrer Willy Im Obersteg aus Pfäffikon (ZH), Vize-Präsident Franz Leutert aus Obfelden und Helene Harlacher aus Bonstetten, die als eigentliche Zentrale und gute Seele des Missionsvereins amtet.
Die Verleihung des Rotkreuzpreises ist für die gebürtige Säuliämtlerin nicht nur eine grosse Ehre, sondern auch Anerkennung und Bestätigung ihrer selbstlosen Tätigkeit. Die mit 30 000 Franken dotierte Preissumme teilt sie nun mit der zweiten Preisträgerin, der Lausanner Ärztin Nadine Burdet, die in Haiti misshandelte Kinder und Jugendliche betreut. In seiner Einleitung nennt der Präsident des Schweizerischen Roten Kreuzes, Professor René Rhinow, die eher bescheiden und zurückhaltend auftretende Frau mit den weissen Haaren, eine aussergewöhnliche Persönlichkeit. Er freut sich, dass ihr die Auszeichnung für besondere humanitäre Leistungen zuteil wurde. In einem kurzen persönlichen Gespräch betont Margrit Schenkel, wie viel auch ihr die grosse Anerkennung bedeutet. Die von der Körpergrösse eher kleine und herzliche Frau, gibt bestimmt und resolut Auskunft. Obwohl sie sich lediglich während einiger Sommermonate in der Schweiz aufhält und seit mehr als 40 Jahren in Afrika arbeitet, nennt sie das Säuliamt und ganz besonders Bonstetten ihre Heimat. Ohne dass sie es explizit erwähnt, darf behauptet werden, Margrit Schenkel wird die Preissumme vollumfänglich für ihr Lebenswerk verwenden.

Meistgesehen

Artboard 1