Marco Mordasini

Eine Gasexplosion in der Kaffeerösterei Ferrari zu Übungszwecken: Im angrenzenden Wohnhaus an der Bremgartnerstrasse 78 riss die Detonation die Kellertür wie auch die Eingangstür heraus. Dadurch standen die gegenüberliegende Scheune und das Gebäude der Kaffeerösterei sofort in Flammen. Ein Bewohner, der in Panik mit seinem Auto flüchtete, verursachte einen folgenschweren Verkehrsunfall.

Platzierung der Fahrzeuge wichtig

Einsatzleiter Erich Keller teilte dieses Grossereignis in drei Verantwortungsbereiche auf. Einerseits die Rettung der eingeschlossenen Hausbewohner, die wegen der Rauchentwicklung im Dachgeschoss Zuflucht suchten. Andererseits der Verkehrsunfall, wo bei einem der beteiligten Fahrzeuge eine chemische Substanz auslief.

Und zu guter Letzt die Kaffeerösterei im Nebenhaus, wo seit 1895 Kaffee produziert wird und wertvolle Röstmaschinen untergebracht sind. «Ich bin sehr froh, dass die Feuerwehr Dietikon in unserer Liegenschaft diese Hauptübung durchgeführt hat. So fühlen wir uns noch viel sicherer», sagte Patron Renato Ferrari.

Mit einem Grossaufgebot waren die Einsatzkräfte innert weniger Minuten vor Ort. «Der grossflächige Schadenplatz verlangte eine exakte Platzierung der Fahrzeuge. So konnten schnell und effizient die Personenrettung und die Bekämpfung des Feuers in Angriff genommen werden», erklärte Einsatzleiter Keller.

Unter allen Umständen mussten das Wohnhaus und das Gebäude mit der Kaffeerösterei gehalten werden. Aber auch die Bergung der verletzten Personen in den Autowracks hatte oberste Priorität.

Gleich zwei Instruktoren der Gebäudeversicherung Zürich inspizierten diese Hauptübung und stellten der Feuerwehr Dietikon ein gutes Zeugnis aus. «Es war ein sehr realistisches Szenario. Der Aufbau der Angriffsübung verlief gut», bilanzierte Erhard Messmer.

Die richtigen Mittel am richtigen Ort und die gegenseitige Unterstützung seien ein zusätzliches Indiz für einen hohen Ausbildungsstand der Feuerwehr Dietikon. «Die Integration durch alle Stufen verlief reibungslos. Positiv aufgefallen ist vor allem eine topmotivierte Truppe», analysierte Robert Schneider die Übung.

Ausgelassenes Feuerwehrfest

So gewissenhaft, wie die Feuerwehr Dietikon bei einem Ernstfall zu Werke ging, so ausgelassen kann das Korps auch feiern. Das Feuerwehrfest im katholischen Kirchgemeindehaus St. Agatha hatte es in sich. Manch einer aus den eigenen Reihen wurde gekonnt auf die Schippe genommen. Verschiedene Darbietungen sorgten zudem für beste Unterhaltung.

Walter Binder wurde für 40 Dienstjahre und Erich Keller für 25 Jahren in der Feuerwehr Dietikon geehrt. «Wir hoffen sehr, dass die beiden noch einige Jahre weitermachen», meinte Major Roland Graf. Zudem verabschiedete Oberkommandant Graf acht Angehörige, die insgesamt 133 Jahre in Diensten der Feuerwehr Dietikon standen.