Flugzeugabsturz
Grenchner Flieger verunglückt

Eigenbauflugzeug in Schweden abgestürzt – zwei Tote

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Grenchner Flieger

Grenchner Flieger

Keystone

Daniela Deck

Am Montagmorgen sind Max Brändli und Daniel Gerwer in Schweden kurz nach dem Start ihres Flugzeugs tödlich verunglückt. Dieses war auf dem Flughafen Grenchen stationiert. Der 85-jährige Brändli aus Safnern, der Halter des Flugzeugs, war regelmässig mit dem 31-jährigen Aargauer Gerwer im Cockpit unterwegs. Beide hatten die Privatpilotenlizenz. Vor den Augen der Fluglotsen stürzte die Cherry BX-2 aus Eigenbau aus 100 oder 200 Metern Höhe auf ein Feld. Für die Piloten kam jede Hilfe zu spät. Das schreibt ein Freund der verstorbenen Männer auf der Flugzeugbau-Homepage www.experimental.ch

Unmittelbar nach dem Start auf dem Flughafen Sundsvall in Mittelschweden hätten die Piloten per Funk Motorprobleme gemeldet. Sie sagten, sie würden umkehren und wieder landen. Dazu kam es nicht mehr. Das Kleinflugzeug, das zusammen mit einem anderen Privatflugzeug auf dem Weg zum Flugplatz Skövde war, stürzte stattdessen ab. Wie es zum Absturz kam, ist bisher völlig unklar.

Wohl keine Unfalluntersuchung

Besonders schockierend an diesem tragischen Unfall: Möglicherweise werden die Unfallumstände nie geklärt. Vielleicht erfahren die Angehörigen der beiden Piloten nie, wie es zum Unglück kommen konnte. Denn nach Aussage des Schweizerischen Büros für Flugunfalluntersuchungen (BFU) werden die schwedischen Behörden den Unfall nicht untersuchen.

Begründet werde das damit, dass das Flugzeug aus Eigenbau und nicht aus einer Flugzeugfabrik stammte. Daniel Knecht, Untersuchungsleiter beim BFU: «Für Schweden ist das ein relativ kleiner Fall. Das wird dort nicht untersucht werden.» Das BFU habe am Montagvormittag aus Skandinavien lediglich eine Mitteilung des Absturzes sowie die Angabe der Immatrikulationsnummer des Flugzeugs erhalten.

Flugzeug schon lange im Einsatz

Auf diese Aussage reagiert der Grenchner Flughafendirektor, Andreas Wegier, erschüttert. «Wenn das stimmt, dann ist das zynisch. Da bin ich froh, dass ich nicht in Schweden wohne.» In der Schweiz wird jeder Unfall eines Fluggerätes untersucht. Flugzeuge aus Eigenbau werden vom Bundesamt für Zivilluftfahrt geprüft und abgenommen. In diesem Fall hatte die Cherry nach Angabe der Experimental-Homepage «weit über 2500 Flugstunden und 3500 Landungen» auf ihrem Konto. Seit dem Montag wehen auf dem Flughafen Grenchen die Fahnen auf halbmast.

«Wir waren geschockt, und auch jetzt ist die Stimmung noch sehr gedrückt», sagte der Flughafendirektor gestern Nachmittag. «Max Brändli und Dani Gerwer waren im Cockpit wie Vater und Sohn. Sie sind ständig zusammen unterwegs gewesen.» Und: «Dani Gerwer hat eine halbjährige Tochter.» Zu dieser Reise seien die zwei Freunde am 5. Juni aufgebrochen, so Wegier. Zuerst flogen sie nach Deutschland. Wie es dann weiterging, weiss ich nicht.»