Langendrof
«Greifen nach den Sternen»

«Kommst im Abendglühn daher, find’ ich dich im Sternenheer.» Dies sind die ersten beiden Zeilen der zweiten Strophe der Schweizer Nationalhymne. Dieses «Sternenheer» und das Internationale Jahr der Astronomie, das von den Vereinten Nationen für 2009 ausgerufen wurde, haben die Verantwortlichen in Langendorf zum Leitmotiv der 1.-August-Feier gemacht, frei nach dem Motto «Wir greifen nach den Sternen».

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Prohaska

Prohaska

Solothurner Zeitung

Rahel Meier

Gemeindepräsident Hans-Peter Berger ging in seiner kurzen Ansprache auf die Entstehung der Schweizer Nationalhymne ein, die es in der heutigen Form erst seit 1961 gibt. Der Text, der so genannte Schweizer Psalm, wurde allerdings 1841 geschrieben. Berger versuchte zudem mit Hilfe der Geschichte «Momo» von Michel Ende aufzuzeigen, was eine «Sternstunde» ist, und dass nicht alle Menschen die Zeichen der Zeit lesen können. Abschliessend wünschte er sich aber, dass die Langendörfer Bevölkerung durch ihr aktives Mitgestalten in er Zukunft viele «Sternstunden, Sterndinge und Sternsachen» erschaffen könne.

«Den Schöpfer spüren»

Christian Merkle, Diakon der römisch-katholischen Kirche in Langendorf, machte in seinen Gedankengängen zum «Sternenheer» einen weiten Sprung zurück in die Geschichte und zu Galileo Galilei. Habe der Vatikan Galilei seinerzeit nicht geglaubt, wisse man heute, dass dessen Theorie stimme. «Wer sich mit den Sternen beschäftigt, kann den Schöpfer spüren», meinte er. Der Mensch sei nicht verloren im Weltall. Vielmehr gebe es ein gütiges Wesen, das über allem stehe. Dies sei auch im Schweizer Psalm so nachzulesen. Mit «Find ich dich im Sternenheer» sei nämlich «Gott» gemeint.

Viele interessante Fotos

Marcel Prohaska, Leiter der Sternwarte Uecht der Universität Bern, brachte viele interessante Fotos mit. Er hielt weniger eine philosophische Festrede, als einen Vortrag. Anhand der zahlreichen mitgebrachten Bilder erklärte er, wie Sterne geboren werden und wie sie sterben. Er zeigte Sternbilder am Himmel. Machte deutlich, dass Sterne eigentlich Sonnen sind, erklärte, was man unter einem Lichtjahr zu verstehen hat und wie alt das Weltall ist. Auch dass das Universum durchaus nicht einfach schwarz ist, wie wir manchmal meinen, sondern sehr farbig, konnte Prohaska bildlich belegen.

Wie immer wurde die 1.-August-Feier von der Musikgesellschaft Langendorf umrahmt.