Die jüngsten Messungen bestätigten den anhaltenden Rückgang der Gletscher in den vergangenen Jahren, schreibt die SCNAT in einem Communiqué. Von 88 Gletschern, deren Daten ausgewertet wurden, blieben nur zwei unverändert, und vier wurden etwas länger. Die meisten Gletscher verloren zwischen 0 und 25 Metern.

Den Negativrekord hält der Walliser Gornergletscher, der sich innert eines Jahres um 290 Meter verkürzte. Zurückzuführen ist dies laut Communiqué auf ein Absinken bei der Gletscherzunge: Das Zungenende wurde vom Gletscher abgetrennt und ist nun bis auf kleine Reste zusammengeschmolzen.

Die Änderung der Gletscherlänge erfolgt allerdings erst mit zeitlicher Verzögerung auf Ursachen wie Temperaturerwärmungen.

Allesamt verloren an Masse. Insgesamt liege die Abnahme etwa im Rahmen der vergangenen zehn Jahre, sagte der Glaziologe Andreas Bauder von der ETH Zürich auf Anfrage. Die Werte am Pizol- und Silvrettagletscher sind weniger negativ, jene der Gletscher Basòdino, Gries und Rhone etwas negativer als das Zehnjahresmittel.

Grund für die Gletscherschmelze 2007/08 sind laut dem Communiqué vor allem die überdurchschnittlich warmen Monate Mai und Juni im Jahr 2008.