Aarau
«Göni» als rarer Bauzeuge

Mit dem Gönhardschulhaus besitzt die Stadt Aarau einen «einmaligen Bauzeugen» aus der Nachkriegszeit. Es soll deshalb nach dem Willen des Stadtrates unter Denkmalschutz gestellt werden.

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Gönhard

Gönhard

Aargauer Zeitung

Hermann Rauber

Das Pestalozzischulhaus und das Zelglischulhaus haben den Status bereits, nun soll auch das Gönhardschulhaus unter Denkmalschutz gestellt werden. Es handelt sich nach Ansicht des Stadtrates um einen speziellen Bauzeugen «aus der Zeit der Aufbruchstimmung» Ende der 40er-Jahre des letzten Jahrhunderts. Realisiert wurde damals nach einem Wettbewerb das preisgekrönte Projekt von Architekt Hans Hauri aus Reinach.

Die Idee der Pavillonanlage

Die Planer des «Göni», wie es von der Lehrer- und der Schülerschaft bald einmal liebevoll genannt wurde, nahmen die damalige Idee, Schulhäuser nicht mehr als kolossale Bildungstempel, sondern als wohnliche Pavillonanlagen zu erstellen, auf. Drei Klassentrakte, Turnhalle und der Kindergarten standen inmitten eines grosszügigen Freiraums mit Plätzen und Grünflächen und fügten sich unauffällig, aber harmonisch in das Wohnquartier ein.

Die Gemeindeversammlung vom 12. Dezember 1949 bewilligte den Baukredit von etwas mehr als 3 Millionen Franken ohne Opposition. Bereits am 11. Januar 1952 konnte das Gönhardschulhaus offiziell eingeweiht werden, Tage später zogen Lehrer und Schüler unter den Klängen der Kadettenmusik mit Sack und Pack von der Bahnhofstrasse (vom Pestalozzischulhaus) ins Gönhardquartier.

Sanierung und Erweiterung

Noch immer gilt, was die Schulpflege nach dem ersten Betriebsjahr festhielt: «Die Aufteilung der Anlage erweist sich als sehr zweckmässig, der Schulbetrieb wird wesentlich erleichtert», und der «wohldurchdachten Inneneinrichtung» zollte die Behörde zusätzliches Lob. Daran hat sich nichts geändert, sodass ausser Frage stand, das «Göni» nach fast sechs Jahrzehnten grosszügig zu sanieren und sanft zu erweitern. Dem entsprechenden Verpflichtungskredit über knapp 15 Millionen Franken stimmte das Volk im März dieses Jahres mit 3835 Ja gegen lediglich 496 Nein mit überwältigendem Mehr zu. Wobei der Neubau einer Aula anstelle der nicht mehr benötigten Abwartswohnung dem bisherigen Gesamtbild keinen Abbruch tut, ebenso wenig wie zwei kleine Annexbauten an Trakt 2 und Trakt 3.

Ohne die Kindergärten

Die kantonale Denkmalpflege hat deshalb signalisiert, dass sie gegen eine Unterschutzstellung des Gönhardschulhauses keine Bedenken hat. Mit dieser Zusicherung hat der Aarauer Stadtrat den entsprechenden Antrag gestellt, allerdings ohne die dem Abbruch geweihte Abwartswohnung und ohne die beiden Kindergärten auf der Südseite.