Das Gericht kam zum Schluss, dass beim Spülen des Staubeckens die Vorsichtspflicht verletzt und der Tod von zwei Personen in Kauf genommen worden war. Die Freisprüche des Bezirksgerichts Goms vom November 2007 hob das Kantonsgericht damit auf.

Die vier Verurteilten - der Betriebsleiter, der Zentralenchef und zwei weitere Angestellte - wurden zu gemeinnütziger Arbeit auf Bewährung verurteilt. Angefochten hatten das erstinstanzliche Urteil der Staatsanwalt und die Zivilparteien.

Der Unfall hatte sich am Nachmittag des 31. Juli 2003 ereignet. Zwei Menschen waren ums Leben gekommen, nachdem die Gommer Kraftwerke während fünf bis sechs Minuten Wasser aus einem Staubecken abgelassen hatten.

Der Bergbach Wysswasser im Fieschertal führte als Folge während dieser Zeit rund 30 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Davon wurde eine Familie aus Holland überrascht.

Zwei Kinder spielten im Bachbett, als plötzlich der Wasserpegel anstieg. Während sich das Mädchen selber retten konnte, versuchte die 48-jährige Stiefmutter, dem zehnjährigen Buben zu helfen. Die beiden wurden von den Fluten mitgerissen und ertranken.

Die Kraftwerkverantwortlichen seien gezwungen, angemessene Sicherheitsmassnahmen zu treffen, um Schäden an Dritten auszuschliessen, kam das Kantonsgericht zum Schluss. Die Warnschilder entlang den Wasserläufen seien nicht ausreichend gewesen.