Goldschmuck gegen Bargeld

Der hohe Goldpreis lockt viele Altgoldhändler auf die Gassen und in Restaurants, um alte Schmuckstücke, Münzen oder gar Goldzähne aufzukaufen. So können beispielsweise das Geschenk vom Ex-Mann oder die nicht mehr benötigten Goldzähne zu Barem werden.

Im Restaurant Post in Oberkulm, im «Bärestübli» in Reinach, im «Löwen» in Beinwil stehen eine Waage und ein Goldtest-Set bereit. Kundinnen legen Schmuckstücke, Münzen oder Goldzähne in die Hand der Mitarbeiter von Birchler & Söhne GmbH. Mit goldgelben Inseraten wurde in der Presse der Altgoldankauf angekündigt.

Die Schmuckstücke werden von den Mitarbeitern geschätzt und gewogen, dem Kunden wird der Preis für den Ankauf genannt. Claude Birchler prüft jedes vorgelegte Stück genau und stellt den Goldanteil in Karat fest. Dazu reibt er ein Schmuckstück an einem Quarzstein, bis es eine feine Spur hinterlässt. Jetzt streicht er mit einem feinen Pinsel Salpetersäure darüber. Je nach Konzentration der Säure löst sich die Spur auf oder bleibt. «Das gibt mir die Qualität der Legierung in Karat an.» Nachher legt er das Teststück auf die Waage. «Unsere Waage ist amtlich geprüft und plombiert.»

Gleich läuft das Prozedere in Reinach ab. Fritz Mülhauser sortiert die Schmuckstücke, Münzen und Goldzähne aus, testet sie und legt alle mit dem gleichen Karatgehalt auf die Waage.

Ankauf zum Tagespreis

Die meisten Schmuckstücke hätten so zwischen 18 und 21 Karat. «Wir bezahlen den aktuellen Tagespreis», sagt Mülhauser. Das waren gestern 18 Franken pro Gramm 18 karätiges Gold. Die Preise schwanken natürlich täglich. Feingold mit 24 Karat zählte gestern zum Beispiel 33,5 Franken. Der Gegenwert wird von den Händlern bar ausbezahlt. Die Goldsachen werden eingeschmolzen.

Der Vergleich mit dem Goldpreis der Valiant-Bank zeigt, dass diese für 1 Gramm Feingold gestern zwei Franken mehr gezahlte hätte. Allerdings nicht für alte Schmuckstücke, sondern nur für bereits zertifiziertes Gold in Plättchenform. Das ist ein Unterschied. «Bei Gold-Vreneli zahlen wir für ungefasste Münzen gleichviel wie die Bank», sagt Mülhauser. «Vreneli, die in einer Fassung waren, nehmen die Banken nicht zurück, wir bezahlen noch den Goldpreis.» (psi)

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