Weinbaugenossenschaft holte an Zürcher Expovina die Goldmedaille
Goldige Trauben aus Wettingen

Der Pinot noir 2008 vom Herrenberg überzeugte die Jury. Über die Auszeichnung freut sich der Wettinger Weinbauer Meinrad Steimer. Momentan füllt der leidenschaftliche Weinkenner die letzten Flaschen ab und bereitet sich auf die neue Ernte vor.

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Aargauer Zeitung

Corinne Rufli

Der Körper ist schön. Er hat einen abgerundeten Gerbstoff. Die Farbe ist ein dunkles, glänzendes Rot. Im Bouquet spürt man eine leichte Himbeernote - ein schöner Fruchtanteil mit einem weichen Abgang. So beschreibt der Weinbauer Meinrad Steimer seinen Gewinnerwein. Vor einem Monat wurde der 2008 Wettinger Herrenberg Pinot Noir Auslese Winzerwy an der internationalen Weinprämierung Zürich, IWPZ, mit der Goldmedaille geehrt. Insgesamt

Spitzenklasse

Aargauer Weine, die an der internationalen Weinprämierung in Zürich mit Gold ausgezeichnet wurden:
2008 Wettinger Herrenberg Pinot noir Auslese Winzerwy
Rotwein
Produzentin: Weinbaugenossenschaft Wettingen. Anbaufläche: 5 Hektaren. Produktion insgesamt 44 000 Flaschen pro Jahr.
2008 Sauvignon blanc
aus Schinznach
Weisswein
Produzentin: Weinbaugenossenschaft Schinznach. Anbaufläche: 40 Hektaren. Produktion insgesamt: 250 000 Einheiten, davon 110 000 Flaschen pro Jahr.
2007 Gauensteiner Gislifluewii
Rotwein
Produzentin: Stollenwerkstatt Aarau
Anbaufläche: ca. 1,3 Hektaren. Total ca. 5000 Flaschen pro Jahr.

Zuerst einmal anstossen

«Zuerst haben wir eine Flasche geöffnet und auf die Medaille angestossen», sagt Meinrad Steimer und lacht. Er hat Freude und ist stolz auf die Auszeichnung. «Es ist eine Bestätigung meiner Arbeit und auch eine Genugtuung», sagt der Wettinger. «Ich mochte diesen Wein schon immer gut, dachte aber nicht, dass er Gold macht.» Es ist die erste Goldmedaille für die Weinbaugenossenschaft Wettingen, für die Steimer als Kellermeister tätig ist. Letztes Jahr hat er für seinen eigenen Betrieb, Meinrad Steimer Weinbau, mit dem Barrique aber auch schon Gold geholt.

Zucker und Oechsle

Was braucht es denn für einen guten Wein? Steimer erklärt, wie wichtig der Öchsle-Grad und der Zuckergehalt sind. Aber auch, dass die Reben durch eine Ertragsbeschränkung geschont werden müssen. Im Keller muss man den Wein immer wieder degustieren. Die verschiedenen Bearbeitungsmethoden führen dann zu einer grösseren Fruchtnote oder einem höheren Tanningehalt. «Bei diesem Pinot noir hat alles schön harmoniert», sagt Steimer von dem Gewinnerwein, von dem es etwa 20 000 Flaschen gibt.

Wettingen eignet sich besonders gut für den Weinanbau. Steimer erwähnt dabei die Südlage der Lägern. Dazu sei auch der stark kalkhaltige Boden ideal für den Blauburgunder. Zurzeit ist Steimer in seiner Kellerei mit dem Abfüllen des Weines von den Fässern in die Flaschen beschäftigt. «Die fertige Flasche in der Hand zu halten ist etwas vom Schönsten», sagt er. «Dann hat man abgeschlossen und ist froh, wenn alles gut gegangen ist.» Zurzeit muss Steimer auch in den Reben die weniger reifen Trauben herausschneiden, damit die diesjährige Ernte eine erfolgreiche wird. Woher kommt denn seine Leidenschaft für Wein? «Mein Vater hatte schon einen Keller und Reben», sagt Steimer. «Ich bin mit dem Weinbau aufgewachsen.»

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