Spezialisten des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) ist es zwar gelungen, die Identifikationsnummer des Goldbarrens vom Königssee wieder sichtbar zu machen. Eine 16-jährige Urlauberin aus dem deutschen Essen hatte vor am 7. August im Königssee in Oberbayern den 500-Gramm-Goldbarren beim Schwimmen entdeckt und der Polizei Berchtesgaden übergeben. Danach blieb völlig unklar, wem das gute Stück im Wert von zirka 16'000 Euro gehört. 

Die Identifikationsnummer war abgeschliffen worden. Nun sind die Ermittler also einen Schritt weiter. «Die Nummer könnte uns schliesslich helfen, die Eigentumsverhältnisse zu klären», sagt Franz Sommerauer von der Polizeiinspektion Berchtesgaden der «Welt». Allerdings: «Wir werden die Nummer nicht bekannt geben», sagte Sommerauer.

Wem der Goldbarren, der von dem Goldhändler-Unternehmen Degussa hergestellt wurde, bleibt allerdings weiterhin unklar. Die Ermittler liessen die Nummer zwar durch ihr Fahndungssystem laufen, doch ein Volltreffer blieb aus. Das heisst wiederum: Der Goldbarren wurde nicht als gestohlen gemeldet und war auch sonst nicht «polizeilich auffällig».

Königssee bei Berchtesgaden

Seit der Meldung haben sich fünf Menschen bei der Polizei gemeldet, die nach Diebstählen einen Goldbarren vermissen. Darunter Rentner aus Niederösterreich und Stuttgart. Doch die Prüfung habe in keinem Fall einen Zusammenhang ergeben. Ebenso wie die Spur zum «Goldmord» aus dem Tirol: Mitte März 2012 war eine leitende Bankangestellte in Wiesing tot in ihrem Auto gefunden worden. Von acht Goldbarren im Auto fehlte jede Spur – bis heute. Auch nachdem ein Ex-Polizist zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde und sich später in seiner Zelle erhängte. Denn es handelt sich um 1-Kilo-Barren. 

In deutschen Medien kursierte auch eine Geschichten eines Opas. Der gab an, wegen eines Streits mit seinen Erben den Barren an seiner Lieblingsstelle im See versenkt zu haben. Doch die Geschichte stellte sich als erfunden heraus.

Der Berchtesgadener Polizeichef Günter Adolph vermutet laut der tz, dass möglicherweise ein Senior das Goldstück unkenntlich gemacht und ihn absichtlich entsorgt habe – um Erbschaftsstreitigkeiten zu vermeiden.

Damit dauert das Rätselraten um den mysteriösen Goldbarren an. Gelingt es nicht, den rechtmässigen Besitzer zu finden, gilt der Barren in Bayern als Fundsache. Das wiederum laut deutschen Medien, dass die Finderin schon nach einem halben Jahr den Goldbarren erhalten würde. Dann endet die gesetzliche Aufbewahrungsfrist. «Das wäre ein nachträgliches Weihnachtsgeschenk für sie», sagt Adolph. (pz)