Goldfischbesitzer kosten viel Geld

Riskanter Zustand: Die Goldfische in den Weihern des Arlesheimer Steinbruchs gefährden den Bestand der Froschlaiche. Pixelio

Goldfische

Riskanter Zustand: Die Goldfische in den Weihern des Arlesheimer Steinbruchs gefährden den Bestand der Froschlaiche. Pixelio

Bald werden in den Teichen im Arlesheimer Naturschutzgebiet Steinbruch die Goldfische und Schildkröten eingefangen. Denn sie zerstören die heimische Tierwelt.

Muriel Mercier

In den Weihern im Arlesheimer Naturschutzgebiet werden demnächst Goldfische und mindestens eine Schildkröte aus dem Wasser geholt. Die Tiere wurden vor einigen Monaten von ihren Besitzern ausgesetzt und tummeln sich seither in den Teichen - haben dort aber nichts zu suchen.

Im Gegenteil, die Folgen sind fatal: Die artenfremden Tiere ernähren sich von den Froschlaichen und den Molchen, deren Bestand sie auf diese Weise gefährden. «In kleinen Teichen reichen nur ein bis zwei Goldfische, um diesen Lebensraum aus dem Gleichgewicht zu bringen», erklärt Urs Chrétien, Geschäftsführer von Pro Natura Baselland. Die Auswirkungen der Eindringlinge auf Flora und Fauna seien bereits innerhalb eines Jahres spürbar.

Elektrofischen ungefährlich

Um die Fische und Schildkröten aus dem Wasser zu bergen, stehen in Arlesheim zurzeit zwei Methoden zur Diskussion: Elektrofischen oder den Teich ganz leeren. Ersteres klingt grausam, gilt aber als sanfteste Art des Fischfangs, wie Chrétien betont. «Der Fischer setzt mit seinem Elektrogerät einzelne Parzellen des Teiches schwach unter Strom, die Fische werden leicht betäubt und können aus dem Wasser gefischt werden. Dabei stirbt kein einziger.»

Dass alle Goldfische auf diese Weise aus dem Wasser gefischt werden können, lässt sich nicht garantieren. «Daumengrosse Goldfische erwischen wir mit Elektrofischen nicht», führt Daniel Wyss, Präsident der Naturschutzkommission Arlesheim, aus. Daher tendiert er dazu, die Weiher zu leeren: Das Wasser wird abgepumpt, um den Wasserstand zu senken.

Die Fische können sich unter den Gräsern und dem Moos am Uferrand nicht mehr verstecken und mit einem Netz eingefangen werden. Zwar sei es möglich, dass beim Abpumpen des Teichs einige einheimische Tiere sterben, sagt Chrétien. Doch: «Ein künstlicher Weiher muss ohnehin immer mal wieder geputzt werden. Ausserdem entsteht so auch ein neuer Lebensraum.»

Überleben ist kein Problem

Wyss ärgert sich über die ehemaligen Goldfischbesitzer. Diese hätten weder über den Schaden, den ihre Tiere an der Flora und Fauna in den Weihern anrichten, noch über die Kosten, die eine «Entfischung» mit sich bringe, nachgedacht. Mit rund 300 Franken würde das Elektrofischen zu Buche schlagen. Deutlich teurer kommt laut Wyss das Abpumpen der Weiher im Steinbruch, denn dieses besorge der Werkhof, und es müsse mit einem finanziellen Aufwand von bis zu 5000 Franken gerechnet werden, den die Gemeinde zu tragen habe.

Den Winter in den Arlesheimer Weihern zu überleben ist sowohl für die Goldfische als auch für die Schildkröten kein Problem. Die Teiche frieren nicht gänzlich, und die Fische halten sich am Grund des Wassers auf. «Goldfische sind sehr robust. Es gibt andere Aquariumfische, die keinen Tag in einem Teich überleben würden», sagt Chrétien.

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