Gold für einen Murianer Bauer

Gold auch für einen Murianer Bauer

Gold auch für einen Murianer Bauer

Auch Othmar Strebel aus Muri hat Gold – für seinen Süssmost. Das Geheimnis seines Erfolgs sieht er darin, dass er nur bestes, handgepflücktes Tafelobst presst. Zu kaufen gibt es den Saft ausschliesslich in seinem Hofladen. Er wurde vom Verband Aargauer Obstveredler für seinen Süssmost ausgezeichnet.

Eddy Schambron

In der Obstplantage seines Hofes im Roos in Muri, die zur früheren Landwirtschaftlichen Schule gehörte, reifen zwölf Sorten Äpfel heran. Zehn davon finden sich im Süssmost von Othmar Strebel wieder, überreif und handgepflückt. «Aber auch der wunderbare Herbst hat, wie bei den Winzern, zur hohen Qualität beigetragen», erklärte der 35-jährige Bauer bescheiden. Das Pflücken von Hand gibt zwar erhebliche Mehrarbeit, aber weil ihm das Mosten sehr viel Freude bereitet, nimmt er sie auf sich. «Würde man die Vollkostenrechnung machen, wäre es ein schlechtes Geschäft», räumt er ein. Aber dafür erhält er jetzt eine Urkunde, weil die Fachstelle Obst unter dem Patronat des Verbandes Aargauer Obstveredler seinen Saft aus 77 Mitbewerbern zu den besten 7 des Kantons erkoren hat. Mit ihm wird er nun an der Schweizer Meisterschaft teilnehmen.

3500 Liter pro Jahr

Jedes Jahr produziert Othmar Strebel 3000 bis 3500 Liter Süssmost. Gepresst werden die Äpfel auf einer Bandpresse, der Saft wird dann einen Tag lang in einem 4000-Liter-Chromstahltank zusammen mit Gelatine und einem Klärmittel gelagert. Den Tank konnte Strebel aus einer Käserei übernehmen. «Das ist für die Mostqualität sicher auch besser als die sonst übliche Lagerung in verschiedenen Gefässen», sagt er. Weniger Freude macht ihm das anschliessende Pasteurisieren. «Das gibt fast 24 Stunden Arbeit für die ganze Familie sowie Freunde und Bekannte.» Abgefüllt wird der Süssmost in 10-Liter-Bag in Box. So bleibt der Most auch angebrochen über viele Wochen frisch und eignet sich auch für den kleinen Haushalt.

Hofladen mit Bushalt

Verkauft wird der Most ausschliesslich im Hofladen, «dem einzigen Hofladen mit Postautohaltestelle», lacht Othmar Strebel, «geöffnet 7 Tage 24 Stunden lang». 10 Liter kosten 15 Franken. Hier gibt es auch zahlreiche Apfelsorten, die aus der 115 Aren grossen Obstplantage stammen, je nach Saison auch Zwetschgen, Kirschen, Birnen und selbstverständlich Eier. Weiter betreiben Othmar und sein Vater Walter Strebel auf dem Bauernhof der ehemaligen Landwirtschaftlichen Schule Schweinezucht, Rinderaufzucht sowie auf 28 Hektaren Futter- und Ackerbau. «In den Obstbau musste ich mich, nachdem wir die Anlage 2004 übernommen hatten, erst einarbeiten», räumt Strebel ein. Wo er selber nicht sattelfest ist, holt er sich die richtigen Fachkräfte auf den Hof. So macht den Winterschnitt an den gegen 1400 Niederstammbäume ein erfahrener Baumwärter.

2 Millionen Liter Süssmost

Im Kanton Aargau wurden im Herbst 2009 von den bäuerlichen Obstverarbeitern 2 Millionen Liter Süssmost hergestellt. 77 Obstsäfte aargauischer Provenienz, darunter 16 Obstweine (Gärsäfte) aus dem Jahrgang 2009, wurden am Landwirtschaftlichen Zentrum Liebegg in Gränichen von der Fachjury beurteilt. Wenn ein Süssmost besonders gut ist, also einen guten Gesamteindruck aufweist, wird er beispielsweise beschrieben als: «fruchtig», «sehr aromatisch», «vielfältig», «edel» in der Nase (Geruch) und «ausdrucksvoll», «harmonisch», «gehaltvoll», «frisch», «edel» im Gaumen (Geschmack), 20 Punkte ergeben Gold. Die Teilnehmer erhalten so eine Beurteilung und ein Degustationsresultat durch die Fachjury.

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