Glühwein, Engel und warme Bettsocken

Trotz zeitweise unfreundlicher Witterung liessen sich wiederum unzählige Besucher aus Nah und Fern in der festlichen Hauptstrasse in vorweihnachtliche Stimmung versetzen.

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Weihnachtsmarkt Frick
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Weihnachtsmarkt Frick

Werner Hostettler

Es muss nicht immer Nürnberg oder Stuttgart sein, auch die ländlichen Weihnachtsmärkte sind durchaus eine faszinierende Alternative. Wie beispielsweise derjenige in Frick, der auch dieses Jahr zum Bummeln, Geniessen und Staunen einlud und damit die Vorfreude auf das schönste Fest des Jahres steigen liess. Auch wenn sich der ansonsten der festlichen Gemeinde Frick gut gesinnte Wettergott nicht unbedingt von seiner besten Seite zeigte, hatten am Samstag dennoch unzählige Besucher aus Nah und Fern den Weg in die weihnachtlich angehauchte Hauptstrasse gefunden und sich dabei an den Feuerstellen oder auch mit «etwas Flüssigem» erwärmen lassen. .

Vielfältiges Angebot

So etwa das aus dem Oberaargau angereiste Ehepaar Siegenthaler, das der AZ verriet, warum es nach Frick kam: «Wir hören jeden Morgen dieses Sendung für Frühaufsteher am Radio und da war eben von diesem Weihnachtsmarkt hier die Rede.» Für diesen in zahlreiche helvetischen Stuben ausgestrahlten Werbespot zeichnete Bäckermeister Markus Kunz verantwortlich, der vergangene Woche von Radio DRS täglich kurz nach fünf Uhr früh interviewt wurde. Erstmals war auch Erika Degen aus Oeschgen als Besucherin dabei: «Ich bin beeindruckt über das vielfältige Angebot.» In der Tat gab es praktisch nichts, das an den über 100 Ständen nicht präsentiert wurde: Gemüsehobler und Sicherheitsdosenöffner, Traubenkernensäckli, Kurzskis, aus Holzstämmen geschnitzte Eulen, Pulswärmer mit Daumenloch und warme Bettsocken, Wein und Beef vom Lindenhof, persische Spezialitäten und nebst vielfältigem Handwerk natürlich auch Kerzen und Engel in100 Variationen.

Gegen die Grippe...

Zumindest die von der AZ befragten Anbieter zeigten sich mehrheitlich zufrieden vom Interesse und der Kauflust der Besucher. So etwa Historiker Linus Hüsser aus Herznach, der am Jurapark-Stand für die Vorzüge und Schönheiten der Region warb. Oder auch Bruno Schmid aus Frick, der nebst exklusiven Krippenfiguren seine selber geschaffenen Krippen präsentierte: «Echtes Handwerk ist halt eben immer noch gefragt.» Dies waren aber auch die Stände mit den kulinarischen und flüssigen Angeboten, und so bildeten sich nicht nur am Öpfelchüechli- oder Raclettestand lange Warteschlangen, sondern auch beim Jodlerspiess, bei den Hot Potatoes oder eben auch vor denjenigen mit heilenden und wärmenden Wässerchen aller Art. Meinte ein jüngerer Fricktaler an einem Degustationsstand: «Ich genehmige mir hier den einen oder anderen Schluck, das hilft auch gegen die Grippe...»

Spontane Begegnungen

Der Weihnachtsmarkt war auch dieses Jahr wieder ein Treffpunkt für Heimwehfricker, oder für solche, die einfach mal schauen wollten, «wen man trifft und kennt.» So auch André Zumsteg aus Densbüren, der gemeinsam mit Gattin Annelies die feierliche Stimmung auf sich einwirken liess und meinte: «Ich schätze solch spontane Begegnungen, wie sie dieser Weihnachtsmarkt bietet. Innerhalb einer halben Stunde habe ich heute mehr Bekannte getroffen als vorher während einem halben Jahr.» Im Märlizelt der Chrischona-Gemeinde trafen sich nicht nur die kleinen und kleinsten Besucher, beim Christbaummarkt herrschte ebenfalls reger Betrieb und das musikalische Rahmenprogramm wurde wiederum durch vorwiegend aus der Region kommende Chöre bestritten. Abschluss und zugleich Höhepunkt vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse war der Auftritt von Dani Kalt mit seinen Stärnefründe.