Basel
Glaube an Geothermie ist intakt

Das endgültige Aus für das Basler Geothermie-Projekt hinterlässt nicht nur einen Scherbenhaufen. Die EBL plant ein nationales Kompetenzzentrum für die Tiefengeothermie.

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Geothermie

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Loris Vernarelli

Die Geothermie-Anlage in Basel sollte die weltweit erste werden, die das Verfahren «Hot-Fractured-Rock» (HFR) zur kommerziellen Energiegewinnung einsetzt. Ein Traum, der aufgrund der am Mittwoch veröffentlichten Risikoanalyse jäh geplatzt ist. Das Ende des Kleinhüninger Projekts «Deep Heeat Mining» ist zwar ein herber Rückschlag für die Verfechter der Geothermie, doch an deren Bedeutung als zukünftige alternative Energiequelle zweifeln sie nicht. Einer von ihnen ist Urs Steiner, Geschäftsführer der Elektra Baselland (EBL). «Wir geben nicht auf, wir glauben an die Geothermie», gibt er sich kämpferisch. Die EBL ist eines der vier Gründungsmitglieder der Geopower, der Bauherrin des Basler Geothermie-Projekts.

Steiner betont, dass dank der Tiefbohrung viele wichtige Erkenntnisse gewonnen wurden. Eine davon sei leider jene gewesen, dass in Basel Geothermie mit dem HFR-Verfahren unmöglich sei. Diese Daten und Erfahrungen sollen nun Experten, Planern und Regierungen zur Verfügung gestellt werden. «Zusammen mit mehreren Schweizer Energieversorgern planen wir ein nationales Kompetenzzentrum für die Tiefengeothermie», verrät der EBL-Geschäftsführer. «Unser Ziel ist es, jenen zu helfen, die ähnliche Projekte wie in Basel planen und realisieren möchten.»

Schon alleine deshalb treffe das Motto «ausser Spesen nichts gewesen» für Deep Heat Mining keinesfalls zu. Es gibt laut Steiner noch einen weiteren Grund, um die Bohrung in den Basler Boden als durchaus nützlich zu bezeichnen: Auf 3700 Metern Tiefe wurde ein natürliches Wasser-Reservoir gefunden. Ob es ergiebig sei, wisse man noch nicht, sagt Steiner. Falls ja, könnte das gleiche Prinzip der Hydro-Geothermie wie zurzeit in Riehen angewendet werden.

Auch für den Energie-Experten und Grossrat der Grünliberalen Partei, Aeneas Wanner, wäre diese Variante für Basel denkbar. Oder aber es gibt künftig neue Erkenntnisse im HFR-Verfahren. «Mehrere Bohrlöcher im Untergrund zu bohren, um die Spannung abzuschwächen, könnte eine Lösung sein», erläutert Wanner. Verschiedene Methoden werden zum Beispiel in Australien getestet. Wanner denkt jedenfalls nicht, dass die Probleme mit der Geothermie der Atom-Lobby in die Hand spielen werden: Mit der Wind- und der Solarenergie gebe es funktionierende Alternativen, mit denen man den eingeschlagenen Weg erneuerbarer Energien weiterverfolgen könne.

Der Baselbieter SP-Nationalrat Eric Nussbaumer schlägt in dieselbe Kerbe. Es sei ohnehin falsch, wenn sich die Politik auf eine einzige Technologie konzentriere. Die Energiezukunft bestehe aus einem Mix aus verschiedenen erneuerbaren Quellen sowie aus Strategien zu mehr Energieeffizienz. Deswegen sei das Ende des Basler Geothermie-Projekts zwar bedauerlich, aber keineswegs ein Rückschlag, meint das Mitglied der nationalrätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie.