Umwelt
Gigantischer Eisberg "A68" sitzt in der Antarktis fest

Der vor einem Monat in der Westantarktis abgebrochene Eisberg A68 hat sich bisher kaum von der Stelle bewegt. Die Strömung habe noch keine Angriffsfläche am Giganten gefunden, um ihn mit sich fortzutreiben, erklärte eine Polar- und Meeresforscherin.

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Larsen-C Schelfeis in der Antarktis
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Nun steckt der Eisberg im Larsen-C Schelfeis fest.
Das Larsen-Schelfeis ist ein langgezogenes Eisschelf im nordwestlichen Teil des Weddell-Meeres, welches sich an der Ostküste der Antarktischen Halbinsel vom Kap Longing bis in das Gebiet südlich der Hearst-Insel zieht.
Benannt ist es nach dem norwegischen Kapitän Carl Anton Larsen, der im Dezember 1893 mit der Jason an dem Schelfeis entlang segelte.
Bis in die späten 1980er Jahre reichte das Larsen-Schelfeis vom Prinz-Gustav-Kanal bis zum Kap Fiske über mehr als zehn Breitengrade und hatte dabei eine Größe von 103.400 km/2.
Larsen A löste sich im Januar 1995 und Larsen B im Februar 2002 auf.
Am 12. Juli 2017 brach ein etwa 5800 km² großes Stück des Larsen-C-Schelfs ab und verkleinerte dessen Fläche um etwa 12 %. Der Riss auf dem Bild war ein erstes Anzeichen der "Geburt" des Eisbergs.
Die Masse des Eisbergs beträgt rund eine Billion Tonnen; er zählt zu den größten bisher beobachteten Eisbergen.
Nach dem Abbruch droht durch die Destabilisierung die Auflösung von Larsen C.

Larsen-C Schelfeis in der Antarktis

GERMAN AEROSPACE CENTER / HANDOUT

"Im Moment scheint er nicht richtig weg zu kommen", sagte Daniela Jansen, Glaziologin am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, der Nachrichtenagentur dpa. A68 ist einer der grössten Eisberge, die je beobachtet wurden. Er wiegt laut AWI mehr als eine Gigatonne und hat eine Fläche von 5800 Quadratkilometern.

Der Eisberg wackle in der Bucht im Larsen-C-Schelfeis hin und her, die durch seine Ablösung in der Zeit vom 10. bis 12. Juli entstanden war, sagte Jansen. Dabei habe sich der Koloss bereits ein bisschen gedreht, so dass sich der Spalt zur Schelfeiskante in Richtung Süden schon verbreitert habe. Schelfeis schwimmt auf dem Meer, wird von Gletschern gespeist und wächst immer weiter ins Meer, bis Teile abbrechen.

Die Wissenschaftlerin rechnet nun damit, dass sich an der Position des Eisbergs erst im antarktischen Sommer etwas ändern werde. Jetzt im Winter drücke zu viel Meereis gegen den Giganten. Im Sommer verziehe sich das zu Eis gefrorene Meerwasser vor der Küste.

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