Novoplast
Gibt es in Rheinnähe bald ein neues Wohnquartier?

Die Novoplast AG will am Produktionsstandort Schweiz in Wallbach festhalten. Rund die Hälfte des Industrieareals soll einer Umzonung zugeführt und für die Realisierung von Wohnraum veräussert werden. Der Erlös soll zur Standortsicherung und zum Erhalt der Arbeitsplätze in Wallbach eingesetzt werden.

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Novoplast Wohnquartier

Novoplast Wohnquartier

Die Novoplast AG sah sich als Zulieferer von hochwertigen Kunststoffkomponenten mit starken Bedarfsrückgängen bei Kunden konfrontiert. 2009 gab es sechs Monate Kurzarbeit, aber Arbeitsplätze gingen nicht verloren.

Die Produkte aus Wallbach finden vor allem in der Sanitär- und Medizintechnik, im Maschinen- und Apparatebau sowie bei Beschattungssystemen Verwendung. «Die Auftragslage hat sich zwischenzeitlich wieder verbessert, betriebswirtschaftliche Schwachpunkte innerhalb der vorhandenen Gebäude- Infrastruktur sind jedoch geblieben», betont CEO Roland Kaufmann. Das Management sehe sich nun gezwungen, Voraussetzungen zu schaffen, dass die Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft gesichert und auch künftige Krisensituationen unbeschadet überstanden werden können.

Novoplast wolle grundsätzlich am Produktionsstandort Schweiz in Wallbach festhalten und diesen künftig innerhalb einer angestrebten Wachstumsstrategie weiter stärken. Die Tochterunternehmung in Ungarn werde daneben für Low-Cost-Produkte ebenfalls ausgebaut. «Am Standort in Wallbach bedarf es jedoch einer umfassenden Optimierung der Infrastruktur.»
Das Unternehmen plant nun, im Bereich der 1980 erstellten Produktionshallen weitere bedarfsgerechte Neubauten für Montage, Formenbau, Lager, Spedition und die Verwaltung zu realisieren. Dies mit dem Ziel, Strukturkosten zu optimieren, Logistikabläufe zu verbessern und letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Das Industrieareal mit über 40 000 Quadratmetern direkt am Rhein biete bereits heute «überschüssige Platzreserven» und werde auch bei entsprechender Unternehmensentwicklung künftig nur knapp zur Hälfte genutzt werden, meint Roland Kaufmann und nennt Ziele: «Zusammen mit der Behörde von Wallbach sowie mit dem Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau wurden Lösungsansätze zur sinnvollen Umnutzung des Areals geklärt. Es war schnell klar, dass die Lage am Rhein in dieser Form im Fricktal einzigartig ist und für Wallbach eine einmalige Chance für ein attraktives Wohngebiet eröffnet.»

Die Novoplast AG möchte rund die Hälfte des Industrieareals einer Umzonung zuführen und für die Realisierung von Wohnraum veräussern. «Der Erlös soll zur Standortsicherung und zum Erhalt der Arbeitsplätze in Wallbach eingesetzt werden», so Kaufmann. Er bestätigt eine Konzeptstudie bezüglich einer möglichen Überbauung und verweist auf eine «von vornherein verträgliche Kombination von Industrie-und Gewerbeflächen mit Wohnflächen. Durch eine verdichtete Bauweise mit mehrgeschossigen Gebäuden könne ein neues Quartier entstehen, welches neben der bisher hauptsächlich durch Einfamilienhäuser geprägten Wohnlandschaft in Wallbach neue Bedürfnisse des Wohnens und Lebens abdecken würde. Im Planungsprozess werde auch das Thema der Verkehrsbewältigung und Erschliessung einbezogen.

An einer öffentlichen Informationsveranstaltung wird am Montagabend, 17. Mai, im Gemeindesaal, gemeinsam mit den Behörden und Planern, über das Projekt informiert. (az)

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