Kantonspital Baden

Gezielte Betreuung nach Spitalaustritt

Jürg Beer: Der Chefarzt am Kantonsspital Baden ist Gesamtleiter des Nachbetreuungsprojekts EVA.

Jürg Beer

Jürg Beer: Der Chefarzt am Kantonsspital Baden ist Gesamtleiter des Nachbetreuungsprojekts EVA.

Wie kann man erreichen, dass Patienten mit komplexen Krankheiten nach der Spitalentlassung nicht plötzlich notfallmässig wieder ins Spital eingeliefert werden müssen? Durch intensive Nachbetreuung und ein gutes Zusammenspiel aller Beteiligten, wie eine Pilotstudie am Kantonsspital Baden zeigt.

Fränzi Zulauf

Die ersten Tage nach der Spitalentlassung sind für Patienten mit schweren, komplexen Krankheitsbildern von grosser Unsicherheit geprägt. Nicht selten kommt es zu Notfallsituationen, unerwünschten Arzneimittelwirkungen und erneuten Spitaleinweisungen.

Unter der Gesamtleitung von Chefarzt Jürg Beer wurde am Kantonsspital Baden (KSB) eine Pilotstudie durchgeführt, die sich mit der Nachbetreuung von solchen Risiko-Patienten befasst.

Das interdisziplinäre Projekt EVA - Entlastung dank Verbesserung des Austrittsmanagements - will die Sicherheit und damit auch die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten erhöhen. Man geht zudem davon aus, dass sich eine gute Nachbetreuung kostensenkend auswirkt. Die Projektgruppe hat am Symposium des Forums Managed Care in Zürich für EVA den mit 10 000 Franken dotierten Förderpreis gewonnen.

Alle ziehen am gleichen Strick

Kernstück von EVA ist die erstmalige Einbindung sämtlicher Stellen, die mit der Nachbetreuung zu tun haben. KSB-Chefarzt Jürg Beer erklärt: «EVA ist ein Projekt, das die ersten fünf Tage nach dem Austritt aus dem Spital für Patienten mit hochkomplexen Krankheiten sicherer machen und Notfallsituationen vermindern soll.

Durch die Vernetzung aller beteiligten Instanzen und den Einsatz einer geschulten Krankenschwester (Nurse Care Managerin) sollen erneute, notfallmässige Hospitalisationen und Arztbesuche, Spitex-Einsätze sowie unerwünschte Arzneimittelwirkungen vermindert werden.»

Besonders erfreulich ist für Jürg Beer, dass bei EVA alle Teamplayer mitarbeiten, dazu gehören die rund 300 Argomed-Hausärzte mit Wolfgang Czerwenka und Kurt Kaspar an der Spitze sowie die Spitex.

«Machbarkeit ist gegeben»

Im November 2008 wurde die Pilotstudie in Angriff genommen, und die ersten Resultate zeigen, dass ein gezieltes Austrittsmanagement helfen kann, unerwünschte Auswirkungen auf die Gesundheit der Patienten zu verhindern.

«Wir konnten aufzeigen, dass in der Nachbetreuung ein recht grosses Optimierungspotenzial in den ersten Tagen nach der Spitalentlassung vorliegt», erklärt Jürg Beer. «Nun gilt es, diese ersten Resultate mit einer Hauptstudie zu vertiefen.»

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