«Gewalt ist hässlich»

An der Lampenparade der Projektgruppe «dasjugendschaufenster», zeigen 21 Menschen ihre individuelle Sicht auf Gewalt. Die Aufführung ist Teil der kantonalen Kampagne «so-gegen-gewalt.ch».

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Grenchner Tagblatt

Marlene Sedlacek

«Vandalenakte, Jugendliche festgenommen, Amokläufer», eine junge Frau liest Schlagzeilen vor. «Eine ganze normale Woche», konstatiert sie. «Wenn du richtig triffst, bist du der King.» Gewalt auf dem Pausenplatz, ein Spiel, wie ein Boxkampf. «Dein eigenes Spiegelbild sagt: ‹du bist nicht perfekt genug›.» Alpträume und dennoch ein Schimmer Hoffnung. Mit Poetry Jam und Tanzen bringt eine bunt zusammengewürfelte Gruppe Jugendliche, Kinder und Erwachsene aus Grenchen und Umgebung ihre Gedanken zu Jugendgewalt und Zivilcourage vor. Eine Minute hat jeder dafür Zeit.

Ausgrenzung führt zu Gewalt

Akteur Boris Banga prangert die Ausgrenzung von Kindern aus religiösen Gründen an. «Fehlende Integration führt zu Gewalt», sagt er. Deshalb sei es inakzeptabel, Kinder nicht in Lager zu schicken oder am Schwimmunterricht teilnehmen zu lassen, weil dies dem Glauben widerspreche. Therese Frei, Leiterin des Hauses Jabahe gibt zu bedenken, dass das Wort «Gewalt» immer hässlich ist, es blute, es tue weh. Doch das Adjektiv «gewaltig» habe eine ganz andere Bedeutung. «Wir müssen versuchen, gewaltig etwas Schönes zu machen.» 30 Prozent der Bevölkerung sei unter 18-jährig stellt eine junge Akteurin fest und fordert: «Auch diese Gruppe von Menschen braucht eine Gewerkschaft.» Auf versteckte Gewalt weist eine Frau aus dem Pflegebereich hin: «Man darf die teils stummen Zeichen der Pflegebedürftigen nicht missachten.»

Mit Nachttischlampen, Kinderlampen, Taschenlampen, Kerzen treten die Akteure vor das Mikrofon und ziehen ihre rosaroten Brillen aus «Damit sie sehen, wie die Welt richtig ist», erklärt Sandra Löwe, Co-Leiterin des Projekts. Zum Schluss stehen die 21 Darsteller in Reih und Glied, ihre brennende Lampe neben sich.

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