WIR AARGAUER sind als Statisten beliebt und begehrt. Man könnte den FC Aarau als Beleg zitieren, aber dieses Beispiel ist schon ziemlich verbraucht. Besser ist da schon die Reminiszenz aus Villigen: Da wollte doch der Regisseur Urs Odermatt in der Turnhalle eine Nacktszene drehen. Gesucht waren dafür immerhin 1000 nackte Statistinnen und Statisten. Die Geschichte sorgte landesweit für Aufsehen, ein halbes Jahr ist das nun her.

JETZT WERDEN wieder Statisten gesucht. Diesmal sollen sie nicht nackt auftreten, nein, sie dürfen angekleidet bleiben, aber bitte ganz in Schwarz. Ihre Aufgabe: Sie spielen tote oder zumindest sterbende Ritter; zusammen bilden sie ein grosses Schlachtfeld voller Leichen. Ort der Handlung ist das Schloss Hallwyl. Verständlich, dass es da nur eine einzige Vorstellung gibt. Die Schlacht beginnt am Samstag, 31. Oktober, um 16.30 Uhr; eine Stunde später ist Mordred tot und König Artus schwer verletzt.

NUN IST ES ABER SO, dass es gut noch einige sterbenswillige Ritter leiden möchte; noch ist das Schlachtfeld nicht prall gefüllt. Wer also schon lange einen Toten spielen wollte, ist hier richtig; und auswendig lernen braucht man auch nichts. Der Lohn für den Heldentod ist, wie es sich für Statisten gehört, bescheiden: Es gibt einen Gratiseintritt in eines der Aargauer Schlösser, dazu eine Kürbissuppe oder eine Portion Risotto nach getanem Werk.

DOCH, DOCH, das ist eine seriöse Sache. Hinter dem Spektakel steckt das Museum Aargau; mit der Inszenierung «Artus und Excalibur - die letzte Schlacht» geht die grosse «Artus»-Ausstellung zu Ende. Kurator Thomas Frei freut sich auf Statisten und viele Zuschauer.

joerg.meier@azag.ch