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Gesucht: sonnig, sauber, günstig

Wo darfs denn sein? Neu erleichtert der Loc@lisator die individuelle Wohnungssuche

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Wo darfs denn sein? Neu erleichtert der Loc@lisator die individuelle Wohnungssuche

Anhand eines persönlichen Profils findet der neue «Loc@lisator» den passenden Wohnort Das neue Internet-Werkzeug des statistischen Amtes des Kantons Zürich erleichtert das Lokalisieren der idealen Wohnlage. Fast wie bei der Partnersuche.

Martin Reichlin

Für einsame Herzen auf der Suche nach der neuen Liebe gehört der Gang ins Internet längst zur Selbstverständlichkeit. Ob beim jugendlichen «Dating», in der flirtlustigen «Singlebörse» oder bei der seriös auftretenden «Partnervermittlung» - über 60 Prozent der Schweiz Singles erstellen irgendwo im WWW ein Profil ihrer Charaktereigenschaften, ihrer Vorlieben und ihrer Wünsche und lassen den Computer nach dem passenden Gegenüber suchen.

Nach selbigem Prinzip können sich nun auch Wohnungssuchende im Kanton Zürich das passende Plätzchen berechnen lassen. Sie brauchen dazu bloss unter 20 Merkmalen wie «Steuerfuss», «Sonneneinstrahlung», «Wohnungsmiete», «Luftbelastung», «Bodenpreise» oder «Ärztedichte» jene ankreuzen, die sie für bedeutsam halten, die gewählten Indikatoren gewichten und schon erscheinen auf einer «Google Maps»-Karte jene Standorte markiert, die mit dem individuellen Profil übereinstimmen.

Motiv Wohnungssuche

«Loc@alisator» nennt sich die Web-Applikation, die das dreiköpfige Data-Engineering-Team des statistischen Amts des Kantons Zürich innert nur zweier Monaten neu entwickelt hat und diese Woche aufschaltete. Dahinter stecke aber keine «von oben herab» vorgegebene Strategie oder der Versuch, Standortmarketing zu betreiben, wie Teamleiter René Summermatter (39) erklärt. «Die Grundidee ist schlicht, den Bürgern ein Mittel zur Verfügung zu stellen, das ihnen den Kanton und die Regionen etwas näher bringen, besser begreifbar machen kann.» Ausserdem habe ein gewisser «Spieltrieb» und die Lust, kreativ zu sein und etwas Neues zu entwickeln, sein Team angetrieben.

Die Idee zum «Loc@lisator» kam Summermatter, als er selbst nach einer neuen Bleibe suchte: «Ich war auf Wohnungssuche und habe mir überlegt, wie ich das Finden der für mich passenden Wohnlage unterstützen und erleichtern könnte.» Die Lösung war, unter den vorhandenen statistische Daten des Kantons die wichtigsten Standortfaktoren zu bestimmen, dem Nutzer die Möglichkeit zu geben, die Merkmale nach seinem Bedürfnissen zu gewichten, und das Resultat anschliessend auf die Landkarten von «Google Maps» zu übertragen. Allerdings, so erklärt Summermatter schliesslich lachend, habe er, als die Arbeit abgeschlossen war, seine neue Entwicklung gar nicht mehr gebraucht. «Da hatte ich meine neue Wohnung nämlich schon gefunden.»

Randregionen attraktiv

Und gab es für ihn ein Aha-Erlebnis, als die Statistikdaten endlich kombiniert und kartografiert vor ihm aufleuchteten? «Für mich als Walliser war es erstaunlich zu sehen, wie gross die Unterschiede bei den Bodenpreisen im Kanton Zürich sind», so Summermatter. Verblüfft habe ihn zudem, dass auch die Randregionen sehr attraktive Wohngebiete seien.

Doch selbst wer denkt, schon alles über den Kanton Zürich zu wissen, kann sich von den neuen Möglichkeiten, trockenes Zahlenmaterial optisch darzustellen, noch überraschen lassen. Dann zum Beispiel, wenn man nur nach einer möglichst tiefen Luftbelastung sucht - und plötzlich die Transitroute durch die Hauptstadt als knallrotes, weil dreckiges Band aufleuchtet.

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