Thuerli zu
Geschäftsführer wurde freigestellt

Eineinhalb Jahre nach dem operativen Start der Genossenschaft für Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG) ist die Zeit für Geschäftsführer Raphael Thürlemann bereits zu Ende. Seine Vorstellungen und jene des Verwaltungsrats gingen in Kernbereichen zu weit auseinander.

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GÄU

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Solothurner Zeitung

Erwin von Arb

Die Genossenschaft Altersbetreuung und Pflege Gäu (GAG), welche die Alters- und Pflegeheime in Egerkingen, Niederbuchsiten und Oensingen führt, hat den seit November 2007 als Geschäftsführer eingesetzten Raphael Thürlemann vor rund einer Woche per sofort freigestellt, wie GAG-Präsident Alfons von Arx auf Anfrage bestätigt. Als Grund für die Trennung erwähnt von Arx unter anderem Thürlemanns Umgang mit dem Personal. «Diese Art entspricht einfach nicht unseren Vorstellungen», meint er, jedoch ohne näher auf das erwähnte Problem einzugehen.

Kündigung führte zu Eklat

Das Fass zum Überlaufen brachte offenbar die Entlassung einer Angestellten durch den GAG-Geschäftsführer. Diese Kündigung habe die seit einiger Zeit spürbare Unruhe beim Personal noch weiter verstärkt, berichtet von Arx. Schwächen ortet der GAG-Präsident insbesondere bei Thürlemanns «unglücklicher Kommunikation». Bei rund 80 Mitarbeitenden der GAG ein nicht zu unterschätzender Faktor: «Wir mussten handeln, wenn endlich wieder Ruhe einkehren soll.» Zuvor sei der Verwaltungsrat in einem Gespräch mit Thürlemann übereingekommen, dass eine sofortige Trennung für beide Seiten die beste Lösung sei. «Wir haben uns nicht im Zorn getrennt», so von Arx.

Unterschiedliche Auffassungen gab es auch in anderen Kernbereichen der Betriebsführung, wie den Bewohnerinnen und Bewohnern der GAG-Alters- und Pflegeheime sowie deren Angehörigen Anfang letzte Woche mitgeteilt wurde.

«Wir fühlten uns schon länger unwohl», sagt GAG-Sekretär Hansjörg Schürmann. Seine Hauptaufgabe, das Personalwesen, die Administration und das Rechnungswesen der drei bislang autonom geführten Altersheime im Gäu unter einem Dach zu vereinen, habe Thürlemann in den vergangenen Monaten gemeinsam mit allen Beteiligten erfolgreich bewältigt. Dies habe aber nicht ausgereicht, um die Zusammenarbeit fortzusetzen.

Niederbipper Heimleiter springt ein

Der Betrieb in den drei erwähnten Gäuer Alters- und Pflegeheimen werde durch Thürlemanns Abgang nicht beeinträchtigt, versichert GAG-Präsident Alfons von Arx. Bis zur Wahl eines Nachfolgers habe der Verwaltungsrat Beat Hirschi als interimistischen Geschäftsführer eingesetzt. Hirschi, welcher seit 20 Jahren das Alterszentrum Jurablick in Niederbipp erfolgreich leite, verfüge über genügend Erfahrung und «Gschpüri», um den Angestellten und Heimbewohnern Vertrauen und Ruhe zu vermitteln. Die Wahl eines neuen Geschäftsführers soll gemäss von Arx in etwa fünf bis sechs Monaten erfolgen.

Mit der Situation nicht zurecht kommt der freigestellte GAG-Geschäftsführer, wie er auf Anfrage einräumt. «Ich kann die Gründe für meine Kündigung noch nicht nachvollziehen», so Thürlemann. Weitere Aussagen zur Sache will der 49-Jährige nicht machen. Er werde die Kündigung aber juristisch anfechten.

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