Gepflastert, frisiert, geschliffen

Kühe melken, Lockenwickler eindrehen, pflastern – an der Berufsinfomesse in der Stadthalle Olten gibt es für angehende Lehrlinge viel zu entdecken. Vom 13. bis 15. Mai werden an 45 Ständen 120 Berufsbilder vorgestellt.

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Solothurner Zeitung

Adriana Gubler

Ein unangenehmes Schleifgeräusch liegt in den Ohren - Stand 2. Am Stand des Solothurner Schreinermeisterverbandes wird fleissig gearbeitet: Schüler können ein Mühlespielbrett schleifen. Rahel Brunner aus Safenwil ist mit ihrem soeben fertig geworden: «Ich musste die Kanten mit der Maschine schleifen und anschliessend mit einem feinen Schleifpapier drüber.» Sie ist an der Berufsinfomesse (BIM) in der Oltner Stadthalle an diesem Stand hängengeblieben. «Ich könnte mir vorstellen, Schreinerin zu werden», sagt sie. Allerdings stehen auch Floristin und Konditorin bei ihr hoch im Kurs. Sie arbeite halt gern mit den Händen. Mit der Entscheidung, für welchen Beruf sie sich bewerben möchte, kann sich Rahel Brunner aber noch Zeit lassen, in drei Jahren erst wird sie mit der Sekundarschule fertig sein.

Typisch männlich, typisch weiblich

Ein Stück weiter, dort, wo das Schleifgeräusch nicht mehr zu hören ist, steht ein Eagle, ein Aufklärungsfahrzeug, mit dem die Infanterie unterwegs ist - Stand 3. Das aussergewöhliche Fahrzeug am Stand der Schweizer Armee zieht zahlreiche - vor allem männliche - Jugendliche an, alle wollen sie einmal am Steuer des Eagles sitzen. Zudem können sich die Schüler in den drei Disziplinen Einbeinstand, Medizinballwurf und Standweitsprung üben. Diese stehen denn auch bei der Rekrutierung auf dem Programm des Sporttests. Auch Markus Herrmann aus Olten will sich an diesen Übungen versuchen. Aber eine Karriere im Militär? «Nein, das kann ich mir nicht wirklich vorstellen.» Chemielaborant will er stattdessen werden. Obwohl er schon weiss, was er lernen möchte, findet er die Messe spannend: «Man kann hier viel entdecken.»

Weiter gehts zu den Frauen in weiss - Stand 32. Schüler können sich am Stand der Solothurner Spitäler AG unter anderem über Erogtherapie, Fachmann/Fachfrau Gesundheit oder medizinische Masseurin informieren. «Das Publikum ist vor allem weiblich», sagt Sandra Hintermann, Leiterin Berufsbildung Pflege am Kantonsspital Olten. Die Schülerinnen hätten häufig Fragen zum Berufsbild der Hebamme. Die meisten wollen wissen, wie die Voraussetzungen und Ausbildung für diesen Beruf aussehen, berichtet Hintermann. Daneben sei das Interesse für das Berufsbild Fachmann/Fachfrau Gesundheit auch gross.

Haar- zum Kuhmodell

Eine haarige Angelegenheit einige Meiter weiter - Stand 15. Lockenwickler eindrehen will gelernt sein. Am Stand von Coiffeur Costa können Schüler selber Hand anlegen und haben dabei so ihre Schwierigkeiten. Vom Haarmodell zum Kuhmodell - Stand 37. In einer Minute eine möglichst grosse Menge Wasser aus einer Kunststoffkuh melken, darum geht es im Wettbewerb am Stand der Landwirte. Klopfgeräusche und Gehämmer - Stand 21. Beim Stand des Baumeisterverbandes haben sich die Hochbau- und Tiefbau-Experten zusammengetan. Links wird eine Mauer aufgestellt, mit Spachtel und Steinen und rechts wird gepflastert. «Der Ansturm ist bislang recht gross», sagt Robert Kissling von Implenia. Vor allem machen die Schüler untereinander Duelle, wer mit möglichst wenigen Schlägen einen Nagel ganz einschlagen kann. Mit ihrem Stand wollen die Baumeister bei den Schülern das Interesse für den Beruf wecken. Ob sich denn für die Berufe auf dem Bau noch immer genügend Lehrlinge finden lassen? «Das ist überhaupt kein Problem, es bewerben sich jedes Jahr viele.»

BerufsinfoMesse Aareland

Die Messe richtet sich an Schülerinnen und Schüler aus dem ganzen Kanton Solothurn sowie den Regionen Aarau und Zofingen, die vor der Berufswahl stehen. Die Berufsinfomesse (BIM) Aareland findet alle zwei Jahre statt. In diesem Jahr haben sich 4500 Schüler angemeldet. (szr)


Infos unter www.bim-aareland.ch

Fragen über Fragen über Fragen - Stand 41. «Wir sind hier quasi die Auskunft», sagt Nicole Klaus von der Berufs- und Studienberatung Olten. Die Schüler wollen wissen, welcher Stand wo zu finden ist. Aber viele Schüler nutzen natürlich auch das eigentliche Angebot des Berufsinformationszentrums (BIZ). Bislang kaum benutzt wurde jedoch das Angebot, dass Schüler ihre Bewerbungsunterlagen bringen können und sie dann mit den Experten anschauen. Das Angebot besteht laut Klaus über die Messe hinaus: «Die Schüler können dafür aber auch unangemeldet während den BIZ-Öffnungszeiten mit ihren Bewerbungen bei uns vorbeikommen.»

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