Geo-Daten

«geoProRegio» auf den Spuren von Google Earth

Der Datenservice kommt aus dem Internet

Der Datenservice kommt aus dem Internet

Was Grosse wie Mapsearch, Twixroute, Google Earth und andere können, kann auch ein Kleiner: Die Werke von Baden, Lenzburg und Suhr haben seit neun Monaten einen webbasierten Dienst für Geo-Daten in Betrieb. Mit dem Webportal «geoProRegio» gelangen Gemeinden, Planer und auch Private zu wichtigen Informationen.

Roman Huber

Das Wissen um räumliche Informationen (Geo-Daten) hat in der Geschichte seit jeher eine sehr wichtige Rolle gespielt. Landeskarten, Grundbuch- und Katasterpläne (Leitungspläne) sind die traditionellen Datenträger, für die aber mit den Satelliten und den digitalen Möglichkeiten inklusive Internet ein neues Zeitalter mit nahezu unermesslichen Dimensionen begonnen hat.

Werke als Datendrehscheiben

Welche Leitungen tangieren diese Parzelle? Wer ist der Eigentümer? Ist dieses Gebiet für die Erdwärmenutzung ideal? Welche Zustandsklassierung weist dieser Strassenabschnitt auf? Ist dieser Baumbestand schutzwürdig? Wohin mit allen technischen Dokumenten? Diese und eine Vielzahl weiterer Fragen kann «geoProRegio» beantworten. Dank «geoProRegio» profitieren insbesondere Verwaltungsabteilungen von Gemeinden, aber auch Planer und Architekten sowie private Benutzer.

Das Herzstück ist ein klassisches Kartenportal, auf dem unter anderem Gemeinden ihre Daten aus Themenbereichen wie amtliche Vermessung, Raumplanung oder Werkkataster zur Verfügung stellen. Die Seiten sind benutzerfreundlich und logisch aufgebaut. Es können massstabgetreue PDFs, aber auch standardisierte CAD-Formate heruntergeladen werden. Bereits jetzt stehen flächendeckende Datenbestände und Landeskarten zur Verfügung. Gerade letztere Daten können auch für private Zwecke und zur allgemeinen Information genutzt werden.

Kompetenz und Initiative

Ein grosses Wissen über Geo-Daten für geografische Informationssysteme (GIS) liegt traditionsgemäss bei den Gemeindewerken. Sie sind als Datendrehscheibe nahezu prädestiniert. Dort, wo die notwendigen Kapazitäten vorhanden sind, wurden in den vergangenen 10 Jahren solche GIS aufgebaut. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Gemeinden, die sowohl Nutzer als auch wichtige Datenherren, -vermittler und -bewirtschafter sind.

Die Nutzung webbasierter Geo-Dienste muss aber auch für kleine Gemeinden attraktiv sein. Zudem schreibt der Gesetzgeber vor, was ein zeitgemässer Geo-Dienst zu sein hat. Suchdienste, Download- und Transformationsdienste gehören zum Darstellungsdienst dazu.

Die Regionalwerke AG Baden, die SWL Energie AG in Lenzburg und die Technischen Betriebe Suhr haben sich für dieses ehrgeizige Projekt zusammengetan. Vor neun Monaten wurde «geoProRegio» gestartet. Das Projekt läuft erfolgreich und wird ständig um die Daten weiterer Gemeinden ergänzt.

«geoProregio» ist bei den Regionalwerken in Baden angesiedelt, wo sich eine 13-köpfige Abteilung mit GIS beschäftigt. Für «geoProRegio» arbeiten drei Fachpersonen unter der Projektleitung von Burkhard Kilcher. Ziel ist es, einen möglichst flächendeckenden Daten-Service anbieten zu können.

Entwicklung geht weiter

«geoProRegio» weist nebst dem ortsunabhängigen Zugriff und dem einfachen Aufbau weitere Vorteile aus. «Und der Kreis der Nutzer erweitert sich täglich», sagt Kilcher, Geomatiktechniker. Er ist auch überzeugt, dass die Entwicklung auf dem Gebiet der Geoinformationstechnik noch lange nicht abgeschlossen ist. Weitere Web-Services werden dazukommen. Mit dem Bundesamt für Landestopografie ist ein Metadatenkatalog geplant.

Die Gemeinden müssen sich aufgrund des Gesetzes vermehrt mit Geodiensten auseinandersetzen. Das gehört aber nicht zu ihren Kernkompetenzen. Die Initianten von «geoProRegio» sind überzeugt, dass die Kooperationen zwischen Werken nachhaltige Investitionen bedeuten. Zurzeit liegen die Daten von 56 aargauischen Gemeinden vor.

www.geoproregio.ch

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