Restaurant Weberhüsli

Genug von den «Bombardements»

Peter Bieri zeigt die Groesse der Steine die die Sprengschaeden an seinem Haus verursacht haben

Genug von den «Bombardements»

Peter Bieri zeigt die Groesse der Steine die die Sprengschaeden an seinem Haus verursacht haben

Zum dritten Mal in zehn Jahren wurde das ehemalige Restaurant Weberhüsli in Oberdorf bei einer Sprengung im Steinbruch beschädigt. Besitzer Peter Bieri hat genug von den «Bombardements». Steinbruchbetreiber Bruno Giacometti sieht sich nicht in der Verantwortung.

Samuel Misteli

Peter Bieri war am Montag auf dem Heimweg, als er beim Steinbruch Oberdorf eine Staubwolke aufsteigen sah. Dem Besitzer des 2008 geschlossenen Restaurants Weberhüsli schwante Böses – und seine Ahnung sollte sich bestätigen: Das «Weberhüsli», in dem Bieri mit seiner Frau, seiner Tochter und drei Enkelkindern lebt, wurde bei der Sprengung, die am späteren Nachmittag im benachbarten Steinbruch durchgeführt wurde, zum wiederholten Mal beschädigt: Steinbrocken trafen unter anderem das Dach, die Fassade und den Gartenzaun.

Bieris Tochter und die Enkelkinder, die sich zum Zeitpunkt der Sprengung im Haus befanden, kamen mit dem Schrecken davon.

Es ist das dritte Mal seit 1995 und dem Kauf des «Weberhüslis» durch Familie Bieri, dass die Liegenschaft bei Sprengungen beschädigt wird. Im Jahr 2000 entstand ein Sachschaden von 20 000 Franken, ein zweites Mal wurde das Haus vor knapp drei Jahren getroffen.

Die Versicherung zahlt jeweils, trotzdem hat es Peter Bieri satt, «bombardiert» zu werden, wie er sagt. Er hat denn auch bei der Polizei Anzeige erstattet. Fast mehr noch als über die Schäden ärgert sich der ehemalige Wirt über die Informationspolitik der Steinbruchbetreiber: Weder würde im Vorfeld von Sprengungen informiert noch könne er bei Vorkommnissen mit einer Entschuldigung rechnen. So auch nicht in diesem Fall: Zwar war der Sprengmeister vor Ort, als die Polizei die Schäden inspizierte, von Steinbruchbetreiber Bruno Giacometto hat Bieri aber nichts gehört.

Verantwortung beim Sprengmeister?

Giacometto indes sieht sich nicht in der Verantwortung: Die Sprengung sei Sache der damit beauftragten Ingenieure. Er selber habe sich am Montagnachmittag zwar «in der Nähe» aufgehalten, sei aber nicht beteiligt gewesen.

Die Sicherheit sei gewährleistet gewesen – so sei etwa die Strasse gesperrt worden. Ein Restrisiko bleibe freilich auch so, zumal die Häuser nicht aus dem Gebiet entfernt werden könnten. «Entweder sind die Häuser zu nah am Steinbruch oder der Steinbruch ist zu nah an den Häusern.» Zum Vorwurf der fehlenden Information sagt der Betreiber, der Sprengmeister habe erfolglos versucht, Peter Bieri telefonisch zu erreichen.

Für den Geschädigten sind das Ausflüchte. «Das muss ein Ende haben», fordert er. Möglich, dass sein Wunsch bald schon in Erfüllung geht: Der Kanton möchte den Steinbruch schliessen. Die Einwohnergemeinde Oberdorf hat gegen den entsprechenden Richtplan Beschwerde eingelegt. Der Entscheid des Regierungsrats ist derzeit hängig.

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