Bären

Genossenschaft Bären Hottwil packt ein Sanierungsprojekt an

Die Genossenschaft Bären Hottwil ist vor 30 Jahren gegründet worden. Doch grosse Feiern soll es nicht geben. Die Genossenschaft blickt lieber in die Zukunft.

Von Geri Hirt

Ohne Genossenschaft als Trägerin des historischen Gasthauses gäbe es den «Bären» nicht mehr, darüber ist man sich einig. Während 25 Jahren sind für Reparaturen und Werterhaltung jährlich 10 000 bis 15 000 Franken ausgegeben worden.

Vor vier Jahren wurde das Herz des «Bären», die Küche sowie das Erdgeschoss, für rund 250 000 Franken saniert. Vor einem Jahr hat die Generalversammlung 70 000 Franken für den Einbau von Gästezimmern bewilligt.

Die darauffolgenden Gespräche mit Vertretern des kantonalen Ortsbildschutzes und des Aargauischen Heimatschutzvereins zeigten indessen andere Prioritäten auf. «Die intensiven und sehr positiven Gespräche führten zu einem umfassenden Neukonzept», so Präsident Jörg Stolz. So wurden die geplanten Gästezimmer in den Westteil verschoben.

Die Detailprojektierung schockte indessen, zeigten sich doch Kosten in der Höhe von 300 000 Franken. Gezwungenermassen entschied sich der Vorstand zu einer Etappierung. Die erste Etappe, welche die Sanierung der Südfassade, den Anbau eines Vorbereitungsraums für die Küche sowie den Ersatz von Fenstern zum Ziel hat, ist vor zwei Wochen in Angriff genommen.

Die Finanzierung der Kosten von 106 000 Franken ist dank einem Spezialdarlehen der Pächterfamilie Geri Keller von 50 000 Franken, der Aufstockung der Hypothek um 40 000 Franken sowie den Beiträgen der Gemeinde Hottwil (7000 Franken), Denkmalpflege (6000 Franken), Aarg. Heimatschutz (6000 Franken) gesichert.

Zimmereinbau zu teuer

«Wir können nur so viel investieren, wie durch den Pächter bezahlbar ist», erklärte Präsident Stolz. Die zweite Etappe mit Einbau dreier Gästezimmer wird rund 150 000 Franken kosten. «Dieses Projekt ist ohne Legat oder Geldspende vorderhand nicht realisierbar», sagte Jörg Stolz und fügte bei: «Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.» Gegenwärtig werde zudem eine Lightversion geprüft.

Pächter Geri Keller bezeichnete die bisherigen Sanierungsschritte als «hundertprozentig richtig» und den Zimmereinbau «als Vision». Aus der Sicht des Pächters sei das Auswechseln der Fenster in der Gaststube wichtiger. Spontan meldete sich ein Genossenschafter und offerierte die Übernahme der Kosten für ein Fenster, was die Versammlung mit Applaus verdankte.

Applaus erhielt auch das Beispiel eines unbekannten Gönners, der als Firma «Bär in Bäriswil» - wie bereits letztes Jahr - wiederum 3000 Franken überwiesen hat. Auch Architekt Toni Keller, der die Planung zum Nulltarif ausführt, wurde mit Applaus bedacht. Als weitere Möglichkeit zur Mittelbeschaffung wurde das Gedankenspiel «Was wäre, wenn jeder Genossenschafter einen weiteren Anteilschein zeichnen würde?» in die Runde geworfen.

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