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Generalunternehmer für Werbeartikel

Kunden-, Werbe- und Mitarbeitergeschenke sollen Kunden binden, Freude bereiten oder zum Teambuilding beitragen. Die Trikora AG in Aarwangen ist damit innert 30 Jahren zur Marktführerin gewachsen.

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Schweiz am Sonntag

Franz Schaible

«Wir sind kein reines Handelsunternehmen, wir tun weit mehr als bloss kaufen und verkaufen. Wir agieren als Generalunternehmer.» Jürg Siegrist - er ist in Personalunion Gründer, Geschäftsführer und Eigentümer der Trikora AG in Aarwangen - rückt seine Firma gleich zu Beginn ins richtige Licht. «Damit heben wir uns von der Konkurrenz ab.»

Was Siegrist genau damit meint, wird auf dem Betriebsrundgang rasch klar. Ein eigenes, professionell eingerichtetes Fotostudio, eine eigene Grafikabteilung und ein Textildesignstudio ermöglichen es der Trikora AG, fast alle Kundenwünsche individuell zu erfüllen. Ob Schreibutensilien, Reisetaschen, Kleider, Uhren, Schlüsselanhänger, Taschenrechner, Werkzeuge, Wetterstationen, Rucksäcke, Feldstecher, Portemonnaies, Taschenlampen und vieles mehr. «Der Kunde kommt mit seinem Wunsch zu uns. Ihm schwebt beispielsweise als Geschenk an seine Geschäftskunden ein Kugelschreiber vor. Dazu will er das Schreibgerät mit seinem Schriftzug versehen», erläutert Siegrist das Geschäftsmodell. Die Trikora AG erarbeite in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden Umsetzungsvorschläge. «Wir erstellen die nötigen Druckunterlagen, Dateien, Filme und lassen in der Regel ein Muster herstellen.» Danach übernehmen die Aarwanger - eben als Generalunternehmer - die komplette Ausführung; von der Beschaffung des Kugelschreibers, vom Print über die Verpackung bis hin zur Auslieferung.

Die Beschaffung der Artikel sei der Schlüssel zum Erfolg, berichtet der Unternehmer weiter. Dazu arbeite Trikora weltweit mit Lieferanten zusammen. Dabei würden alle eingekauften Artikel einer genauen Qualitätskontrolle unterzogen. Deshalb ist die Firma auf vier Kontinenten präsent. Entweder mit Minderheits- oder Mehrheitsbeteiligungen an Produktionsbetrieben oder Handelsgesellschaften. «Dank dieser direkten Präsenz vor Ort können wir für unsere Produkte in Bezug auf gute Arbeitsbedingungen wie Verzicht auf Kinderarbeit die Hand ins Feuer legen. Dies gilt insbesondere für Produkte aus China», versichert Jürg Siegrist.

In der riesigen Lagerhalle sind etwa tausend verschiedene Artikel in grosser Anzahl gelagert. Siegrist spricht denn auch von Lagerware. Denn eigentlich sei die Zahl der zu kaufenden Produkte unbeschränkt. «Wir versuchen, jeden Wunsch unserer Kunden zu erfüllen.» In aufwändiger Arbeit erstellt Siegrist mit seinem Team jährlich einen Hauptkatalog mit gegen 800 Seiten. «Damit wollen wir unserer Kundschaft Ideen, Anregungen und Informationen vermitteln», sagt der Firmenchef.

Dass die Firmen die Trikora-Artikel gerne als Hilfsmittel für den Verkauf oder die Kundenbindung einsetzen, zeigt die lange Kundenliste. Sie reicht von ABB, über Alstom, Sika bis hin zu unzähligen weiteren Weltfirmen, wie Siegrist nicht ohne Stolz erklärt. «Für einige Firmen erarbeitet Trikora weltweit ein Gesamtkonzept. Diese haben den Bereich ‹Kundengeschenke› an uns ausgelagert.» Grundsätzlich lehne Trikora keine Kundenaufträge ab - vom Kleinst- bis zum Grossauftrag sei alles möglich. Das reiche von privaten Hochzeiten, über Vereine bis hin zu Gemeinden oder Spitälern. «Das gehört zu unserem Service.» Privatpersonen könnten zudem im betriebseigenen Fabrikladen Einzelstücke kaufen.

Mit rund 80 Prozent entfällt aber der Grossteil des Umsatzes auf Unternehmen. Dass es sich dabei in der Regel um Grossaufträge handelt, zeigt der Umstand, dass dieser Umsatzanteil mit nur 20 Prozent der Anzahl Kunden erwirtschaftet wird. Hauptabsatzmarkt sei die Schweiz, der Exportanteil betrage lediglich etwa zehn Prozent. Den Umsatz beziffert Siegrist auf 16 bis 20 Millionen Franken, je hälftig mit Textilien und Non-Textiles inklusive Taschen.

Es liegt auf der Hand, dass auch Trikora die Rezession zu spüren bekommt. «Unsere Artikel gelten als Verbrauchsgüter und im Zeichen von Sparrunden kürzen die Firmen die Bestellungen», sagt Siegrist. Insbesondere im ersten Halbjahr 2009 seien viel mehr Kleinmengen bestellt worden. Obwohl in den vergangenen Wochen der Bestellungseingang markant angezogen habe, werde der letztjährige Umsatzrekord nicht erreicht. Die Einführung von Kurzarbeit oder ein Stellenabbau sei aber deshalb kein Thema. Für 2010 ist Siegrist zuversichtlich. «Die Stimmung hat sich verbessert.»

«Ein Unternehmen wie unseres muss damit leben können, dass sich das Geschäftsvolumen unterschiedlich entwickelt.» Dazu brauche es aber Ressourcen, vorab finanzieller Art. Siegrist: «Es kommt uns nun zu Gute, dass wir als Eigentümer die Erträge nicht abgezogen haben, sondern grösstenteils im Betrieb investierten oder eben Reserven anlegten.»