Gemeinschaftsgrab mit Blumenbouquets überstellt

Gemeinschaftsgrab mit Blumenbouquets überstellt

Gemeinschaftsgrab mit Blumenbouquets überstellt

Um dem Gemeinschaftsgrab in Villmergen wieder mehr Schlichtheit zu geben, soll der Friedhofsgärtner verbotenen Grabschmuck wegräumen. Andere Freiämter Gemeinden haben damit kaum Probleme.

Fabian Muster

Gemeinschaftsgräber auf den Friedhöfen werden im beliebter. Dies hat man auch in Villmergen festgestellt. Sie sind günstiger als ein individuelles Gräberfeld und geben für die Angehörigen weniger zu tun.

Nicht aber für die Gemeinde. «Der Friedhofsgärtner kommt mit dem Wegräumen der Blumengestecke, Kerzen, Lichter und Skulpturen gar nicht mehr nach», sagt der stellvertretende Gemeindeschreiber Daniel Seiler. «Das führte zu einem Nachahmungseffekt. Immer mehr Angehörige deponierten Arrangements auf den Kiesbeeten vor dem Steinquader.» Gestattet wären laut Friedhofsreglement für das Gemeinschaftsgrab nur «frische Blumen ohne Gefässe».

Frist bis Ende August

Der Gemeinderat will jetzt die «stille Schönheit, zurückhaltende Einfachheit und Gleichheit» des Gemeinschaftsgrabes erneut herstellen, wie er in einer Pressemitteilung schreibt. Ab September wird der Friedhofsgärtner wieder wegräumen, was über frische Schnittblumen hinausgeht. «Wir wollen das Reglement mit der nötigen Diplomatie durchsetzen und geben den Angehörigen eine Frist bis Ende August, um ihre Sachen abzuholen», sagt Seiler.

Er weiss, dass die Sache heikel ist. Der Friedhofsgärtner habe schon einige Diskussionen gehabt, weil die Angehörigen das Gefühl hatten, es werde zu viel weggeräumt. «Die Leute waren oft zu wenig informiert.» Dem will die Gemeinde mit einer Tafel vor dem Grab und Infos in den Pfarrblättern nachhelfen.

Nicht betroffen davon ist der Grabschmuck unmittelbar nach Bestattungen. Dieser ist weiterhin erlaubt und wird erst nach dem Verwelken weggebracht.

In anderen grösseren Freiämter Gemeinden ist das Problem weniger virulent. Wohlens Friedhofsgärtner Peter Donat: «Wir tolerieren, wenn es etwas mehr ist als erlaubt. Wenn die Blumen verwelkt oder verblüht sind, bringen wir sie aber weg.»

Auch in Bremgarten hat die Gemeinde keine negativen Erfahrungen gemacht. «Unser Friedhofsgärtner verwaltet die Sache sehr gut», sagt der stellvertretende Stadtschreiber Michael Schär. Erlaubt sind nach dem Bremgarter Friedhofsreglement frische Schnittblumen auf der Rasenfläche und dem Grabhügel beim Gemeinschaftsgrab.

Und in Muri sind laut der stellvertretenden Gemeindeschreiberin Pascale Meier derzeit ebenfalls keine Beschwerden bekannt. «Wir tolerieren auch kleinen Grabschmuck oder mal ein Kerzli, innerhalb einer Woche werden die Sachen aber abgeräumt», sagt sie.

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