von Marianne Voss

Die interessierten Gäste strömten am vergangenen Samstag in den idyllischen Weiler Aumüli. Am garstig kalten und nassen Wetter schien sich kaum jemand zu stören. Die Stimmung war fröhlich – und wenn wieder ein ausgiebiger Guss von oben kam, war das eine gute Gelegenheit, in der Scheune oder im alten Mostkeller einzukehren und sich bei einem Kaffee mit Güx aufzuwärmen.
«Ja, Petrus hat es gut gemeint mit uns», sagte Fredi Hofmann, Präsident des Vereins Aumüli, schmunzelnd, als er auf das Wetter angesprochen wurde. «Für den Betrieb unseres Wasserrades brauchen wir schliesslich Wasser, und das hat er uns geliefert. Er hat es aber vielleicht etwas zu gut gemeint.»


Vollständig funktionstüchtige Mühle
Der «Aumülitag» hat Tradition. Schritt für Schritt haben die freiwilligen Helferinnen und Helfer mit grossem Engagement und Herzblut die Gebäude und die Mühle im ursprünglichen Stil restauriert. Jedes Jahr können sich die Besucher wieder an einem weiteren Fortschritt der Instandstellung erfreuen. 2009 konnte dann ein ganz besonderer Höhepunkt gefeiert werden: Nach fast 120 Jahren Unterbruch wurde am «Mülitag» wieder Mehl gemahlen!
Am vergangenen Samstag präsentierte sich die Mühle nun wirklich vollständig funktionstüchtig. Im erneuerten Oberwasserkanal floss das Reppisch-Wasser zum Wasserrad, das sich still und stetig drehte. Im Mahlraum ratterte und klapperte es. Das Bio-Korn aus Hauptikon wurde in der Rölle zuerst geschält und gereinigt, in einem zweiten Vorgang – dem Mahlgang – dann zu Mehl gemahlen.
Zwölf Personen hatten zusammen einen Laienmüllerkurs besucht und sind nun befähigt, in der Aumüli zu arbeiten und dort das alte Handwerk am Leben zu erhalten. Sie standen am «Mülitag» im Einsatz, führten die Besucher durch den Mahlraum und beantworteten die vielen Fragen. Und wer Lust hatte, sich zuhause ein Aumüli-Brot zu backen, hatte die Möglichkeit ein Säcklein vom steingemahlenen Mehl zu kaufen.
Noch sind nicht alle Projekte in der Aumüli abgeschlossen. Das über 200 Jahre alte Nebengebäude hat eine Instandstellung nötig. Die Pläne liegen vor, nun hoffen die Aumülifreunde auf die nötigen Bewilligungen.