Geldwäscherei
Geld aus Betrug verschoben

Wegen Geldwäscherei hat das Strafgericht zwei Männer zu bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafen von 21 respektive 18 Monaten verurteilt. Das gewaschene Geld stammte aus einem Betrug zum Nachteil der Basler Gebäudeversicherung.

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Geldwäscherei

Geldwäscherei

Keystone

Regula Vogt-Kohler

Im Februar 2004 wollte die Gebäudeversicherung Basel-Stadt einen Betrag von drei Millionen Franken von ihrem Konto bei der PostFinance auf ihr Konto bei der Basler Kantonalbank überweisen. Dort kam das Geld aber nie an. Stattdessen landeten die drei Millionen auf dem Bankkonto einer Firma, deren einziger Unterschriftsberechtigter ein heute 39-jähriger Geschäftsmann aus dem Kanton Zürich war.

Aus heiterem Himmel sei das Geld gekommen, erzählte der Mann vor dem Basler Strafgericht. Die Staatsanwaltschaft warf ihm und seinem vierzehn Jahre älteren ehemaligen Arbeitgeber «Betrug, eventualiter Geldwäscherei» vor. Er sei davon ausgegangen, es handle sich um Geld eines Investors für ein Bauprojekt, beteuerte der Jüngere.

Etwas anders lautete die Version des Älteren: Ein Bekannter habe ihm gesagt, er habe die Möglichkeit, Geldtransfers zu manipulieren. Der jüngere Angeklagte sei spätestens ab Januar 2004 eingeweiht gewesen. Er sei bereit gewesen, Geld aus irgendwelchen Vermögensdelikten entgegenzunehmen, sagte Verteidigerin Catherine Fürst.

Der grösste Teil des Geldes ist weg

Für das Gericht ergab sich schon allein aus den äusseren Umständen, dass der Jüngere Bescheid gewusst haben musste. So seien nur 1,2 Millionen in das Bauprojekt geflossen, betonte Gerichtspräsident Christian Hoenen. Den Rest des Geldes verwendeten die Angeklagten teils für persönliche Zwecke, teils für Rückzahlungen an den Bekannten.

Dieser ist in der Zwischenzeit in Deutschland wegen Gehilfenschaft zu Betrug zu zwei Jahren bedingt verurteilt worden. Der grösste Teil des Geldes ist weg; nur knapp 54 000 Franken konnten die Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmen.

Die Gebäudeversicherung Basel-Stadt war erst nach mehreren Monaten auf den Betrug gestossen; gegenüber «OnlineReports» hatte Gebäudeversicherungs-Direktor Peter Blumer im Dezember 2004 festgehalten, die Unregelmässigkeiten seien nicht ‹inside›, sondern bei der PostFinance passiert. Wer wo den Einzahlungsschein vertauscht und so die drei Millionen umgeleitet hat, ist laut Staatsanwalt Christian Triet nach wie vor offen.

Der Geldwäscherei schuldig

Aus der Sicht der Anklage waren die beiden Angeklagten bereits am Betrug beteiligt. Das Gericht jedoch hält dies nicht für nachgewiesen und sprach das Duo der Geldwäscherei schuldig. Der Gerichtspräsident wies darauf hin, dass ein kumulativer Schuldspruch, wie ihn der Staatsanwalt in seinem Plädoyer gefordert hatte, schon formell nicht möglich gewesen wäre. Der Vorwurf der Anklageschrift hatte ausdrücklich auf «Betrug, eventualiter Geldwäscherei» gelautet.

Beide Angeklagten kommen mit einer bedingt vollziehbaren Freiheitsstrafe davon. Staatsanwalt Triet hatte für den Älteren dreieinviertel Jahre unbedingt und für den Jüngeren drei Jahre (davon ein Jahr unbedingt) gefordert. Verteidigerin Fürst hatte für den Älteren auf eine bedingt vollziehbare Strafe, Verteidiger Urs Beat Pfrommer für den Jüngeren auf einen Freispruch plädiert.