Südfrankreich
«Geht nachhause, verdammte Touristen»: Wie diese Banderole eine Touristin rettete

Der französische Künstler Rémi Gaillard ist berühmt-berüchtigt für seine Streiche in der Öffentlichkeit. Diesmal meinte er es bitterernst. Mit einem unfreundlichen Spruchband flog er über den Strand von Carnon bei Montpellier. Und erreichte tatsächlich sein Ziel.

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Er fährt Auto mit Blindenstock, löscht Zigaretten mit dem Feuerlöscher oder bestellt als Weihnachtsmann den Pannendienst. Rémi Gaillards Video-Streiche sind pointiert, aber keineswegs bösartig.

Doch diesmal bezeichnete ihn der Bürgermeister von Carnon als aggressiv, seinen «Humor» als bedauerlich.

Die Behörden konfiszierten kurzerhand sein Kleinflugzeug, mit dem er über den Strand von Carnon geflogen war. Im Schlepptau ein Spruchband mit der Aufschrift «Go Home Fucking Tourists» – «Geht nachhause, ihr verdammten Touristen».

Doch: Gaillard meinte es nur gut. «Natürlich ist es Humor, aber was ich als bedauerlich empfinde ist, dass die Rettungschwimmer ihre Posten am Strand um 18.30 Uhr verlassen – zu dieser Jahreszeit sind die Strände aber noch voller Menschen», schreibt der Montpellieraner zu seinem Video auf Youtube. Doch die Polizei holte ihn vom Himmel, noch bevor er die französische Banderole hissen konnte.

Ganz erfolglos war die Aktion nicht. Gemäss Gaillard blieben die Rettungsschwimmer an diesem Abend länger am Strand und konnten so einer Frau aus Paris erste Hilfe leisten, die zusammengebrochen war.

«Hätte ich mein bescheuertes Video nicht gemacht, wären die Retter nicht mehr hier gewesen», sagt Gaillard am Schluss des Videos – und küsst die Frau vor lauter Glück. (smo)