Geht die Sonne für immer unter?

Künftig Hotel Garni: 23 Jahre nach der Neueröffnung wird der Küchenteil der «Sonne» stillgelegt.

Nur noch Zimmer mit Frühstück

Künftig Hotel Garni: 23 Jahre nach der Neueröffnung wird der Küchenteil der «Sonne» stillgelegt.

Das Hotel Sonne in Bremgarten schliesst per 1. November das Restaurant, die Küche sowie die Säle im ersten Stock. Fortan kann man in der «Sonne» nur noch übernachten, frühstücken und die Bar im UG aufsuchen.

Lukas Schumacher

Der vor eineinhalb Jahren eingestellte Betriebsleiter Matthias Kyburz (33) hat das Bremgarter Hotel Sonne mit beachtlichem Erfolg geführt. Dennoch entschied sich der Solothurner, die Geschäftsführung per Ende Oktober aufzugeben. «Ich zog zu meiner Partnerin ins Berner Oberland», sagte der Gastronomiefachmann, «der tägliche Arbeitsweg nach Bremgarten und zurück dauert mehr als drei Stunden. Ein allzu aufwändiger Pendlerweg.»

«Mir fehlen die Kräfte»

Kyburz’ Kündigung veranlassten die Hotelbesitzerin Elisabeth Seiler und den Verwaltungsrat der Hotel Sonne AG überraschend zu einer Teilschliessung der Hotel-Liegenschaft.

Besitzerin und Verwaltungsratspräsidentin Elisabeth Seiler: «Ich werde Ende Oktober 70. Nochmals eine Neubesetzung einzuleiten oder den Hotelbetrieb selber weiterzuführen, wollte ich nicht. Dazu fehlen mir die Kräfte.»

Garni-Hotel mit Bar

Die Neuausrichtung der «Sonne» sieht per 1. November so aus: Die 15 gepflegten Hotelzimmer werden weiterhin angeboten, als Garni-Hotel mit Frühstück. Im bisherigen Stil weitergeführt wird auch die Bar «Stiefelchnächt» im Untergeschoss der Hotelliegenschaft samt Gartenhalle und Terrasse.

Aufgegeben und stillgelegt werden das Restaurant im Parterre, die grosse Küche im ersten Untergeschoss sowie die diversen Säle im ersten Obergeschoss. Für alle nicht mehr genutzten Räumlichkeiten sucht die Hotel Sonne AG neue Lösungen. «Wir sind offen für allerlei neue Nutzungsmöglichkeiten», erläuterte Elisabeth Seiler. Projekte und Ideen jeglicher Art würden geprüft und, falls geeignet, mit der Bereitstellung von Räumlichkeiten versehen.

13 Mitarbeitende betroffen

Als Folge der Teilschliessung erhielten 13 Mitarbeitende, unter ihnen 5 Lehrlinge, die Kündigung. Auch mit Unterstützung des kantonalen Lehrlingsamtes will man die Lehrlinge – zwei Servicefachangestellte und drei Köche – möglichst bald in anderen Gastronomiebetrieben der Region platzieren, damit sie ihre Berufsausbildung weiterführen und abschliessen können.

Geschäftsführer Matthias Kyburz ist zuversichtlich, dass dies in Kürze gelingen wird. Bei der Stellensuche ist Kyburz auch den gekündigten acht erwachsenen Angestellten, worunter mehrere Teilzeitarbeitende sind, behilflich. «Das ist derzeit meine Hauptaufgabe, und das bin ich unserem guten Team auch schuldig», betonte Matthias Kyburz. Seine eigene berufliche Zukunft ist noch nicht geklärt. Sorgen um ihn müsse man sich freilich nicht machen, er habe Optionen, sagte der Gastrospezialist.

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