Solothurn
Gegen Lampenfieber und Stress

Im Rahmen der Musikakademie Solothurn fand im Schloss Waldegg ein Seminar über Musik-Kinesiologie statt. Der Vortrag richtete sich in erster Linie an Musiker und Musikpädagogen, die ihr Potential maximieren wollen.

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Muskeltest

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Solothurner Zeitung

Corinna Marti
Gut 30 Personen interessierten sich für Musik-Kinesiologie und lauschten interessiert dem Vortrag von Wenzel Grund, dem zertifizierten Musik-Kinesiologie-Instructor aus Oberburg (BE). Auf seine humorvolle Art führte er die Musiker zunächst in die Thematik Kinesiologie ein. «Ich habe noch nie einen Künstler oder Musiker getroffen, der sich selbst als Therapiefall gesehen hätte», erzählt er lachend. Aber durch eine Musik-Kinesiologie-Therapie könnten viel Künstler ihr Potential besser nutzen. Durch das Erlernen von kinesiologischen Techniken könne das persönlich Stressmuster auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene erkannt werden. Lampenfieber oder Stress könnten bewusst und wirkungsvoll bekämpft werden. «Vor allem für Musiker und Künstler ist es sehr wichtig, dass sie vor einem Konzert ausgeglichen sind und so ihre Energie so gut wie möglich nutzen können», sagt Grund. Nur so habe ein Künstler einen guten Ausdruck und eine Ausstrahlung, die bis zur letzten Reihe dringt. «Die Musik-Kinesiologie kommt aus der Praxis für die Praxis», betonte der Referent. Auch er stand schon auf etlichen internationalen Bühnen als Solist oder Kammermusiker und kennt die Probleme der Musiker.

Bei einer Testperson fliessen Tränen

Nach der kurzen theoretischen Einführung, demonstrierte Grund mit einer Freiwilligen aus dem Publikum die Wirkung der Therapie: Mit Hilfe von 14 verschiedenen Muskeltests versuchte Grund die körperliche Unausgewogenheit der Sängerin zu erkennen und zu lösen - mit Erfolg. Nachdem er das Problem erkannt hatte, brachte er den Energiehaushalt der Freiwilligen wieder ins Gleichgewicht. Dieser Prozess löste bei der Probantin Emotionen aus. Ihr liefen plötzlich die Tränen die Wangen und ihre Gefühle überwältigten sie. Das Publikum verfolgte gespannt das Geschehen und war von der Wirkung der Musik-Kinesiologie begeistert, nicht zuletzt dank kompetenten Art von Wenzel Grund. Während des ganze Vortrags lockerte er die Stimmung immer wieder auf. Am Schluss des Seminars wurde - wie bei einem Konzert - heftig applaudiert.

Nach dem Vortrag begaben sich die Zuschauer grösstenteils nach draussen in den Schlossgarten. «Die Atmosphäre unter den Teilnehmern ist jedes Jahr sehr gut», erzählt Kurt Weber, der künstlerische Leiter der Musikakademie Solothurn. Während des Mittagessens entwickelten sich immer sehr spannende Gespräche zwischen den Teilnehmern und den Dozenten. Das Verhältnis sei sehr kollegial und herzlich. Zudem kämen die Teilnehmer aus aller Welt, so entstünden internationale Freundschaften. «Die Schüler können in den verschiedenen Seminaren sehr viel profitieren und lernen», erklärt Weber. Er und sein Team setzen sehr hohe Qualitätsansprüche. Man wolle mit der inzwischen zehn-jährigen Musikakademie Solothurn einen wesentlichen Beitrag an das Solothurner Kulturleben leisten und Talente fördern, erklärte Weber.

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