Allschwil
Gegen den Vandalismus in Allschwil wird hart vorgegangen

Der Allschwiler Gemeinderat lässt Massnahmen gegen Littering und Vandalismus prüfen. Mit dem Frühling nimmt die Zerstörung zu.

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Vandale Allschwil

Vandale Allschwil

bz Basellandschaftliche Zeitung

Regula Vogt-Kohler

Die Tage werden länger und wärmer und das Leben spielt sich wieder vermehrt draussen ab. Das bleibt nicht ohne negative Folgen. In Allschwil hat die «Saison» mit massiven Vorfällen begonnen: Eine mit Öl «getränkte» Sitzbank muss ersetzt werden, und beim geologischen Denkmal wurde das Holzgeländer aus der Verankerung gerissen (die bz berichtete). Die Meldung, dass sich bei der Feuerstelle Plumpi der Unrat gehäuft habe, ist im Vergleich dazu «courant normal». Auch am Morgen nach dem 1. Mai bietet sich hier ein trauriges Bild: Obwohl es in den Abfallbehältern noch mehr als genug Platz hätte, liegen Verpackungen und Flaschen herum.

Wüst sieht es auch bei den Wertstoffsammelstellen aus. Neben den Textilcontainern an der Spitzwaldstrasse stehen Säcke mit vielfältigem Inhalt, und an der Einfüllsäule des unterirdischen Sammelbehälters für Metall lehnt mittlerweile ein Stahlgitter. «Wir stellen eine stetige Zunahme fest, sowohl beim Abfall als auch bei den Sachbeschädigungen», sagt Andres Linder, Leiter der Hauptabteilung Tiefbau und Umwelt. Angesichts des nun erreichten Ausmasses kam der Gemeinderat zum Schluss, dass Handlungsbedarf bestehe. Die Hauptabteilungen Tiefbau und Umwelt sowie Einwohnerdienste und Sicherheit haben den Auftrag erhalten, «möglichst effektive Massnahmen» zu prüfen.

Denkbare Massnahmen sind etwa eine Anpassung des Leerungszyklus bei den Wertstoffsammelstellen und eine Verstärkung der Kontrollen. Eines ist klar, ob nun der Werkhof hinterherräumt und -putzt oder noch mehr Kontrollen stattfinden: «Es entstehen in jedem Fall Kosten», hält Heinz Schäfer, Leiter der Hauptabteilung Einwoh-nerdienste/Sicherheit fest.

Schwierig ist die Suche nach den vom Gemeinderat verlangten «effektiven Massnahmen» nicht zuletzt deshalb, weil der ganze Gemeindebann betroffen ist. Ein beliebter Abladeort für Abfälle aller Art befindet sich etwa bei einem Parkplatz im Wald an der Oberwilerstrasse, ein anderer im linksufrigen Bachgrabengebiet.

Videoüberwachung ist nicht zulässig

Bei der Prüfung möglicher Massnahmen werde auch die Videoüberwachung zum Thema werden, kündigt Andres Linder an. Den Anfang wird jedoch eine Auslegeordnung machen. Es gilt herauszufinden, wo und wann es zu Verunreinigungen und Sachbeschädigungen kommt und wer dafür verantwortlich ist. Linder und Schäfer weisen darauf hin, dass der Einsatz von Videokameras aus Gründen des Datenschutzes an strenge Auflagen gebunden ist. Dem Merkblatt «Videoüberwachung durch Gemeinden» (www. baselland.ch/datenschutz) ist zu entnehmen, dass eine Videoüberwachung selbst dann, wenn alle anderen Massnahmen versagt haben, wegen Unverhältnismässigkeit unzulässig sein kann. Als Beispiele nennt das Merkblatt Videoüberwachungen bei wilder Abfalldeponierung, Ruhestörung und bei vereinzelten kleineren Sachbeschädigungen.