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Geforderter Sozialplan nicht in Sicht

Demonstration: Am Rande des Laufenburger Bahnhofplatzes ertönt massive Kritik am Stellenabbau bei Forbo Siegling Schweiz. (ach)

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Demonstration: Am Rande des Laufenburger Bahnhofplatzes ertönt massive Kritik am Stellenabbau bei Forbo Siegling Schweiz. (ach)

Mit einer Demonstration auf dem Laufenburger Bahnhofplatz machten Beschäftigte des Unternehmens Forbo Siegling auf ihre missliche Lage aufmerksam. Und dies im Schulterschluss mit der Gewerkschaft Unia.

Peter Rombach

Bereits 15 Kündigungen sind ausgesprochen, weitere drohen. Dass dies in einem einst florierenden Unternehmen geschieht, wollen langjährige Beschäftigte und Gewerkschaft nicht akzeptieren, obwohl sie Verständnis für aktuelle wirtschaftliche Schwierigkeiten zeigen. 59 von derzeit noch 80 Beschäftigten in den Werken Laufenburg und Wallbach gaben der Unia schriftlich das Mandat, mit der Geschäftsleitung zu verhandeln. Die Position der Gewerkschaft verdeutlichte Max Chopard; bei der Unia leitet der Nationalrat das Industrieteam: «Geiz ist nicht zum Nulltarif zu haben.»

«Die Sorgen ernst nehmen»

Ein Sterben auf Raten dürfe es nicht geben, er sorge sich um den Standort Laufenburg. «Die Leute standen bislang loyal zu ihrem Unternehmen, haben gekrampft und jahrelang gute Ergebnisse erwirtschaftet», rief der Gewerkschafter ins Megafon, während am Mittwoch über dem Bahnhofplatz der Abend hereindämmerte. Weshalb die Unia mit der Demonstration nun Öffentlichkeit herstellte, machte Chopard deutlich: «Wir wehren uns gegen soziale Kälte und erwarten, dass die Sorgen der Beschäftigten ernst genommen werden.»

Die Gewerkschaft biete sich als Gesprächspartner an, das Personal müsse mit eingebunden werden, wenn es um Restrukturierungen gehe. «Wir fordern ernsthafte Verhandlungen über einen Sozialplan», rief Max Chopard und verwies beispielhaft auf die deutschen Werke des Forbo-Konzerns, wo über Alternativen zu Entlassungen verhandelt werde. Das Geld für einen Sozialplan fehle sicherlich nicht, meinte Gewerkschaftssprecher Max Chopard.

Rote Luftballons am Abendhimmel

Symbolkraft besass eine weitere Aktion: Die 15 Gekündigten liessen rote Luftballons mit angebundenen gelben Namenszettelchen in den Abendhimmel aufsteigen. Margrit Bugmann, seit 22 Jahren bei Forbo Siegling, wünschte sich dabei, dass es «wieder aufwärts- geht», und verlangte ein «professionelles und menschliches Abwickeln». Die teilweise seit Jahrzehnten im Unternehmen beschäftigten Leute hätten es nicht verdient, einfach nur auf die Strasse geschickt zu werden. «Wir erleben dunkle Zeiten.»

«Ich gratuliere zum Mut, für die Anliegen in der Öffentlichkeit einzustehen», lobte Kurt Emmenegger, Leiter Unia Region Aargau und Präsident des Aargauischen Gewerkschaftsbundes. Entscheidend sei, in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht den Kopf in den Sand zu stecken: «Steht zusammen und kämpft gegen jede Entlassung.» Vielfach hätten es Firmen versäumt, Reserven für schlechte Zeiten anzulegen. Er hoffe, dass Forbo Siegling die Hand biete für einen «anständigen Sozialplan», so Emmenegger.

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