Gefahren am Feuerwehrwettkampf

Kompromiss Das Rennen in Lastwagenschläuchen bot 2003 den Teilnehmern eine anspruchsvolle Aufgabe ohne Verletzungsgefahr. Das Löschboot sicherte sie gegen die Gefahren der Strömung in der Aare. (Hanspeter Bärtschi)

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Kompromiss Das Rennen in Lastwagenschläuchen bot 2003 den Teilnehmern eine anspruchsvolle Aufgabe ohne Verletzungsgefahr. Das Löschboot sicherte sie gegen die Gefahren der Strömung in der Aare. (Hanspeter Bärtschi)

Dank dem Feuerwehrwettkampf ist das Sandlochfest weit und breit der unterhaltsamste Sommeranlass. Was für die Zuschauer wie das reinste Gaudi aussieht, ist allerdings nicht ungefährlich. Organisatoren und Teilnehmer balancieren seit 13 Jahren erfolgreich auf dem Grat zwischen Sicherheitsvorkehrungen und Glück.

Daniela Deck

Die wahrscheinlich gefährlichste Aktion am Feuerwehrwettkampf war vor vier Jahren der schwimmende Baumstamm. Stabilisiert nur von den Teamkollegen, versuchten die Teilnehmer, das glitschige Rundholz zu erklimmen. Natürlich plumpsten dabei fast alle ins Wasser. Dass niemand heftig mit dem Kopf oder Rücken auf dem Baumstamm aufschlug, war Glück. Denn in diesem Fall hätte die Schwimmweste wohl nicht genügend Schutz geboten. Seither haben die Organisatoren die Aufgaben an der Aare entschärft. Zum Einsatz kamen Seilzüge, Leitern und durchlöcherte Stiefel als Transportbehälter.

Vertrauen, das schon fast zu weit geht

«Wenn das Risiko zurückgegangen ist, haben wir das nicht direkt wahrgenommen», kommentiert Rolf Dürrenmatt vom Organisationskomitee diese Beobachtungen. «Aber nachdem ein Lengnauer zweimal hintereinander eine Wunde nähen lassen musste, war uns allen klar, dass es so nicht weitergehen kann. Wir sind uns der grossen Verantwortung auf jeden Fall bewusst.» Persönlich legt Rolf Dürrenmatt auch Wert darauf, dass er «vorher und nachher ruhig schlafen kann». Im Lauf der Jahre hat sich zwischen den Feuerwehrmannschaften und den Organisatoren ein Vertrauensverhältnis entwickelt. Rolf Dürrenmatt schätzt das sehr. Doch einmal sah er die Limite überschritten: «Da stürzte sich ein Teilnehmer mit einer Hechtrolle in einen Container, dessen Inhalt er nicht kannte. Darin waren Wasser und Rauch, nichts Gefährliches. Aber das blinde Vertrauen und vor allem die Selbstüberschätzung haben mir zu denken gegeben.»

Schwimmweste ist kein Blankocheck

Die Infrastruktur des Parcours, heuer eine fünf Tonnen schwere Riesenschaukel und ein Steg in die Aare, werden nach Dürrenmatts Angabe von Profis errichtet. «Bei uns im OK macht jeder das, was er am besten kann. Alle Bauten werden nur von Leuten aufgestellt, die beruflich mit Dingen wie Statik und Schwingungen vertraut sind.» Dennoch habe das OK die Idee verworfen, die Riesenschaukel für einen Rekordversuch anzumelden. «Das hätte wohl so viele Kontrollen von auswärtiger Seite nach sich gezogen, dass wir bis zum Wettkampf nicht fertig geworden wären», so Dürrenmatt.

Zum Standard gehört beim Aareparcours die Schwimmweste. Doch diese schützt nicht vor allen unliebsamen Überraschungen. So stellte sich diesmal erst im Fluss heraus, dass einer der Unterschächer Feuerwehrmänner nicht schwimmen konnte. Die Schwimmweste hielt ihn zuverlässig über Wasser, doch seine Kollegen mussten ihn an Land ziehen. Ausserdem sorgten die Schläge gegen die Metallglocke für Risswunden an den Fingern. Sobald das bekannt wurde, empfahl der Speaker, beim Aareparcours Handschuhe zu tragen.

Eine ungemütliche Situation gab es auch auf der Schaukel. In der Hitze des Gefechts wickelte sich ein Teilnehmer versehentlich das Zugseil um den Hals. Rolf Dürrenmatt, der als Moderator amtete, warnte die Mannschaft sofort. «Wenn der Helfer dann am Seil gezogen hätte, hätte er seinen Kollegen wohl nicht gleich erwürgt. Aber blaue Flecken hätte das auf jeden Fall gegeben.»

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