Gletschersee

Gefahr in Grindelwald vorerst gebannt - Seepegel steigt aber weiter

Der Grindelwaldner Gletschersee

Der Grindelwaldner Gletschersee

Der Seepegel des Gletschersees ob Grindelwald steigt weiter. Nach der Reparatur der Messgeräte zeigt sich, dass der See nun 2 Mio. Kubikmeter Wasser fasst. Die Gefahr, die von der Moräne ausging, scheint aber gebannt.

Rund 300 000 Kubikmeter Material aus dem Moränenpaket, das sich Richtung See bewegte, seien am Freitagabend in einzelnen Brocken in den See gestürzt, sagte Nils Hählen vom kantonalen Oberingenieurkreis nach einer Beurteilung der Lage. Die restlichen 200 000 Kubikmeter bewegten sich nun langsamer.

Ihr Absturz in den See sei zwar eine Frage der Zeit, erklärte Hählen. Dieses Volumen dürfte aber keine grosse Wirkung haben. Daher konnten die am Freitagabend verfügten Schutzmassnahmen entlang der Lütschine aufgehoben werden.

Weil der See sich weiter füllt, ist aber weiterhin eine spontane, rasche Entleerung möglich. Diese würde bei der aktuellen Wassermenge wohl zu einigen Überschwemmungen bis in die Region Interlaken führen.

Nach wie vor sei aber auch eine allmähliche Entleerung des Gletschersees denkbar, sagte Hählen weiter. Diese ist erfahrungsgemäss ungefährlicher. In der Lütschine wurde bereits etwas Gletscherwasser festgestellt.

Der Gletschersee am Unteren Grindelwaldgletscher hält die Bewohnerinnen und Bewohner des Lütschinentals seit mehreren Jahren in Atem. Der See füllt und entleert sich im Frühsommer immer wieder, oft auch gemächlich.

Je mehr Wasser sich aber staut, umso grösser ist die Gefahr von Überschwemmungen, sollte sich der See auf einen Schlag entleeren. Beim aktuellen Volumen des Sees wäre in diesem Fall der Flusslauf bis in die Region Interlaken betroffen. Bei einem Spontanausfluss von rund 800 000 Kubikmetern vor Jahresfrist kam es in Grindelwald Grund zu Überschwemmungen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1