Raser

Gefährlicher Raser: 720 Stunden Fronarbeit drohen

Der Raser verletzte eine uschuldige Autolenkerin.

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Der Raser verletzte eine uschuldige Autolenkerin.

Am Bezirksgericht Dietikon wird ein junger Autolenker aus Affoltern am Albis angeklagt. Er hat einen schweren Unfall verursacht und dabei eine unschuldige Automobilistin erheblich verletzt. Nur ein halbes Jahr später raste der Täter durch eine Aargauer Gemeinde.

Attila Szenogrady

Eines vorweg: Der heute 27-jährige Angeklagte aus Affoltern am Albis glänzte am letzten Dienstag am Bezirksgericht Dietikon durch unentschuldigte Abwesenheit. Erstaunlicherweise, da die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis recht schwer wogen. Hauptsächlich wurde dem kroatischen Offsetdrucker die Verantwortung an einem schweren Autounfall auf der Luzernerstrasse in Birmensdorf angelastet.

Autolenkerin erheblich verletzt

Laut Anklageschrift fuhr der beschuldigte Lenker in der Nacht auf den 1. Dezember 2007 durch das Gebiet Fildern in Richtung Affoltern. Wobei er mit rund 100 km/h das zulässige Tempo von 80 km/h massiv überschritt. Mit schlimmen Folgen, da er den Personenwagen einer heute 31-jährigen Krankenschwester aus Bonstetten ausgerechnet in einer Kurve überholen wollte und dabei eine seitliche Kollision provozierte. Beide Fahrzeuge verkeilten sich ineinander und bewegten sich rasant über das rechte Trottoir eine Böschung hinauf. Bis Täter und Opfer in herumliegende Felsblöcke hinein krachten. Die unschuldige Lenkerin zog sich nicht nur eine starke Prellung des Brustbeins, sondern auch ein schweres Schleudertrauma zu.

Rückfall trotz einem laufenden Strafverfahren

Die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis leitete gegen den bereits vorbestraften Autolenker ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie Verletzung der Verkehrsregeln ein. Was den jungen Mann offenbar nicht daran hinderte, schon bald wieder erneut gegen elementarste Verkehrsregeln zu verstossen. So raste er am 2. Juli 2008 in den frühen Morgenstunden mit über 85 km/h statt 50 km/h durch die aargauische Gemeinde Untersiggenthal. Wobei er prompt in eine Radarfalle der Polizei tappte.

720 Stunden Fronarbeit verlangt

Der zuständige Staatsanwalt hatte bereits im September 2008 eine erste Anklage noch ohne den Aargauer Raserexzess erhoben. Dabei verlangte er eine teil bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu 100 Franken sowie eine Busse von 300 Franken. Die Hälfte der Sanktion, also 3000 Franken, sollte der Verkehrssünder bezahlen.
Wegen des Rückfalls verschärfte der Untersuchungsrichter in einer Nachtragsanklageschrift die Strafe massiv. So soll der Raser gemeinnützige Arbeit für 720 Stunden leisten. Ohne jegliche Bewährungschance. Hinzu kommen eine Busse von 300 Franken sowie die Uebernahme sämtlicher Gerichtskosten.

Schriftlich begründetes Urteil

Aufgrund der Abwesenheit des Angeklagten wird das Gericht sein schriftlich begründetes Urteil den Parteien per Post zustellen. Mit einem Entscheid sei bald zu rechnen, versicherte der zuständige Einzelrichter.

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