"Die Erinnerung daran ist ständige Mahnung, dass Sicherheit Vorrang vor allem Anderen haben muss", sagte Bahn-Vorstand Richard Lutz. Er bekräftigte die Entschuldigung der Bahn für das entstandene menschliche Leid.

Alle Menschen, die damals in dem Unglückszug sassen, hätten sich der Bahn anvertraut. "Und wir müssen dazu stehen, dass wir dieser Verantwortung an diesem Tag nicht gerecht geworden sind."

Am 3. Juni 1998 kurz vor 11 Uhr entgleiste der Intercity-Express 884 "Wilhelm Conrad Röntgen" in der kleinen niedersächsischen Gemeinde. Mit Tempo 200 prallte er gegen eine Betonbrücke. Der Zug war auf dem Weg von München nach Hamburg.

Ursache des Unglücks war ein gebrochener Radreifen, der sich an einer Weiche vor der Brücke verhakt hatte. Ein Strafverfahren gegen die Bahn und den Reifenhersteller wurde 2003 eingestellt.

"Keine ständige Sicherheit"

"Das Zugunglück von Eschede, diese Katastrophe, ist unvergessen", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Ein Grund sei, dass das Unglück die Menschen in einem Moment getroffen habe, als sie sich vollkommen sicher fühlten. "Technik bietet keine ständige Sicherheit", mahnte Weil.

Für das Bundesverkehrsministerium sagte Staatssekretär Ennak Ferlemann, die für Sicherheit Zuständigen müssten ständig an ihre Verantwortung erinnert werden. "Wir dürfen an dieser Stelle nicht sparen."

Der Sprecher der Selbsthilfe Eschede, in der sich Angehörige und Opfer zusammenschlossen haben, sprach von einer vermeidbaren Katastrophe und einer gescheiterten juristischen Aufarbeitung. "Es waren Fehleinschätzungen von Menschen, die zu diesem Unglück führten - Fehlleistungen."