Eidgenössisches Schützenfest 2010
Gartenbauschüler bereit für den Warnerdienst

Das Eidgenössische Schützenfest 2010 sucht 300 Schüler für den Warnerdienst – pro Tag. Bei angefragten Schulen hält sich die Begeisterung in Grenzen. Nicht so bei der Leitung der Gartenbauschule Niederlenz.

Merken
Drucken
Teilen
Gartenbauschule

Gartenbauschule

Schweiz am Sonntag

Michael Spillmann

Bereits am Schwingfest 2007 in Aarau standen sie im Einsatz: Schülerinnen und Schüler der Schweizerischen Gartenbauschule in Niederlenz. Und auch am nächsten Grossanlass in der Region Aarau sind sie wieder dabei. «Das ist ein einmaliges Erlebnis für alle», so Schulleiterin Brigitte Vogel. Die Festverantwortlichen sind auf Helfereinsätze angewiesen.

Deshalb suchen sie für jeden Wettkampftag rund 300 Schülerinnen und Schüler für den Warnerdienst und haben hierfür Oberstufenschulen schriftlich um Mithilfe angefragt. Unterstützung gab es dabei sogar von Bildungsdirektor Alex Hürzeler, der die Schulleitungen zu einer grosszügigen Urlaubsregelung aufrief. Bei Lehrern, Schulleitungen und Schulpflegen hält sich die Begeisterung für den Appell hingegen in Grenzen.

Eidgenössisches Schützenfest - 50 000 Schützen dabei

Das Eidgenössische Schützenfest 2010 findet vom 18. Juni bis zum 18. Juli auf den Regionalen Schiessanlagen Obertel in Suhr, im Lostorf Buchs, auf der Schiessanlage Lenzburg und der provisorisch zu errichtenden Wettkampfanlage auf dem Füllernfeld in Rupperswil statt. An 27 Schiesstagen werden 2700 Vereine aus allen Landesteilen mit gegen 50 000 Schützinnen und Schützen die verschiedenen Wettkämpfe in den Disziplinen Gewehr 300 Meter und Pistole 25 und 50 Meter bestreiten. (mz)

Als diese Zeitung über die geäusserten Vorbehalte berichtete, meldete sich die Leiterin der Gartenbauschule Niederlenz: «Ich kann diese voreilige Ablehnung nicht nachvollziehen», sagt Brigitte Vogel. «Der Schiesssport ist negativ belegt, es wird einfach zu schnell Nein gesagt», kritisiert sie. Nun wollen die Gartenbauschüler mit dem guten Beispiel vorangehen.

Für 240 Schichteinsätze von jeweils einem halben Tag hat sich die Schulleitung insgesamt verpflichtet - aufgeteilt auf die 45 Schülerinnen und Schüler. Im Durchschnitt fehlen pro Tag zwölf Schüler. «Wir zwingen niemanden, mitzumachen, und die Schule fällt sicher nicht aus», betont Brigitte Vogel. Die Rechnung ist einfach: Viele Schüler werden mehrere Einsätze am Schützenfest machen. Falls ein paar Gartenbauschüler keine Lust auf den Warnerdienst haben, bleibt für die anderen ein noch grösseres Pensum zu absolvieren.

Bereits ein halbes Jahr vor dem Schützengrossanlass ist für den 24-jährigen Philipp Blatter aus Oeschgen klar: Er will sich gleich mehrmals für einen Warnerdienst melden. «Früher war ich bei den Jungschützen», sagt er. Heute habe er zwar nichts mehr mit dem Schiesssport zu tun, auf das Helfen freue er sich hingegen sehr - obwohl er eigentlich noch nicht so genau erklären kann, was der Warnerdienst beinhaltet.

Vorerst eher zurückhaltend gibt sich die 17-jährige Gartenbauschülerin Patricia Gruenhut und will sich für einen halbtägigen Einsatz anmelden: «Mal schauen, wie das so ist. Vielleicht bin ich ein zweites Mal dabei.»

Für den Warnerdienst bekommen die Schülerinnen und Schüler ein Entgelt. Schulleiterin Brigitte Vogel: «Natürlich hat unser Engagement auch einen materiellen Hintergrund.» So verdienen sich die teilnehmenden Gartenbauschüler einen finanziellen Zustupf für eine geplante Auslandexkursion der Schule. Und eine sportliche Betätigung gibts obendrein. «Die Teilnehmer können gleich mit dem Velo von Niederlenz zu den verschiedenen Wettkampfstätten fahren», fügt Schulleiterin Brigitte Vogel an.