Die grünen Wiesen und Felder am westlichen Rand von Schöftland dürfen nicht ohne weiteres überbaut werden. Gemäss kantonalem Richtplan (siehe Box) besteht an der Suhrentalstrasse ein so genannter Siedlungstrenngürtel. Dieser dient der Naherholung und der Gestaltung der Siedlungsränder. Da die geplante Autowaschanlage der Suhre Garage in diesem Trenngürtel zu liegen käme, muss der kantonale Richtplan angepasst werden.

Waschanlage hat Potenzial

Um die Existenz eines ortsansässigen Betriebes zu sichern, sei es vertretbar, das Siedlungsgebiet zu erweitern, heisst es im Bericht des Departementes Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) zur aktuell aufliegenden Anpassung des Richtplans. Die Suhre Garage an der Holzikerstrasse will auf der gegenüberliegenden Strassenseite eine Autowaschanlage und eine Occasionsausstellung bauen. Wegen einer Grundwasserschutzzone kann nicht direkt neben der Garage gebaut werden. Andere geeignete Standorte gibt es in Schöftland nicht. Der betreffende Landbesitzer wäre bereit, das Land zu verkaufen. Aufgrund der wenigen Waschanlagen in der Umgebung bestehe ein hohes Kundenpotenzial. Ausserdem sei die Anbindung an das Strassennetz gut und es könnten drei bis fünf neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Strenge Auflagen des Kantons

Falls die Autowaschanlage nicht realisiert wird, befristet der Kanton die Verkleinerung des Siedlungstrenngürtels auf fünf Jahre. Die Umzonung darf nur für die Waschanlage erfolgen. Die Erschliessung des Baulandes müsse ausserdem gemäss BVU vor der Nutzungsplanänderung verbindlich geregelt werden. Die Zufahrt zur Autowaschanlage quert eine kantonale Radroute, der Ausbau dieser Konfliktstelle müsse mit kantonalen Fachstellen abgesprochen werden. Da Schöftland im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt ist, müssen die Bauten zudem in die Landschaft eingepasst und ökologische Ersatzmassnahmen festgelegt werden.

Nach der Anpassung des Richtplanes durch den Grossen Rat kann die Gemeinde die Parzelle voraussichtlich nächstes Jahr umzonen. Die Unterlagen liegen bis 27. November bei der Gemeinde Schöftland sowie der Abteilung Raumentwicklung des BVU in Aarau auf.