Gab hier der Schnee den Rest?

Gab hier der Schnee den Rest?

Gab hier der Schnee den Rest?

Der marode Zustand des alten Bauernhauses im Kappeler Unterdorf war schon länger Gesprächsthema im Dorf. Nun hat sich die Sache möglicherweise erledigt: Der Ökonomieteil des Gebäudes ist eingestürzt.

Karin schmid

Am letzten Samstag über Mittag ist es passiert: «Der Besitzer meldete mir, dass ein Teil des alten Bauernhauses eingestürzt ist», erzählt Rolf Flück, seit Anfang Jahr stellvertretender Baupräsident in Kappel. Gemerkt habe es der Nachbar Armando Nardo. «Das Gebäude war in schlechtem Zustand und seit Jahrzehnten nicht mehr bewohnt.» Was den Teil des Hauses im Unterdorf 2 zum Einsturz brachte, ist Flück nicht bekannt.

Die Baustelle absichern

Er habe dem Eigentümer-Vertreter der Erbengemeinschaft Christen, Dominik von Arx, mitgeteilt, dass «die Baustelle so abgesichert werden muss, dass kein Unfall passieren kann und die Strasse für die Öffentlichkeit wieder gefahrlos befahrbar ist», sagt Flück. Der Eigentümer ist für die Schadensmeldung an die zuständigen Ämter für Wasser und Elektrik sowie an die Solothurnische Gebäudeversicherung zuständig.

«Wir von der Behörde erwarten, entsprechend über das weitere Vorgehen informiert zu werden», sagt Flück. Der stellvertretende Baupräsident schätzt, dass die Erbengemeinschaft Christen für die weiteren Abklärungen eine Fachperson beiziehen wird.

Rolf Flück hat der Kantonalen Denkmalpflege am Montag mitgeteilt, dass das alte Bauernhaus im Kappeler Unterdorf «vermutlich ganz abgebrochen werden muss». Nach Angaben von Denkmalpfleger Markus Schmid steht das zumindest einmal umgebaute Haus nicht unter Denkmalschutz, wird laut örtlichem Zonenplan aber als «eines der schützenswerten Gebäude» eingestuft, das «den Kern des Ortsbildes ausmacht. Deshalb wäre es schade, wenn es verschwinden würde.»

Der marode Zustand des Gebäudes, das Anfang der 30er-Jahre von der Familie Christen erstellt wurde, war in der Vergangenheit in der Bevölkerung mehrmals ein Gesprächsthema, beispielsweise wegen herunterfallender Ziegel. Trotz behördlichen Nachfragen war seitens der Eigentümerschaft nie etwas dagegen unternommen worden. Deren Vertreter, Dominik von Arx, wollte sich zum Einsturz des Gebäudes nicht äussern; er erwähnte nur, dass es seit 1985 nicht mehr genutzt wurde.

Laut Markus Schmid spielt der Umstand, dass die Eigentümer in den vergangenen Jahren keine Arbeiten an der Liegenschaft in Angriff nahmen, keine grosse Rolle mehr.

«Stehen beratend zur Seite»

«Wenn man jetzt einen Umbau gemacht hätte, wäre der hintere Teil sowieso abgebrochen worden.» Der Entscheid über das weitere Vorgehen liege bei der örtlichen Baubehörde, sagt der Architekt der Kantonalen Denkmalpflege. «Wir stehen ihnen beratend zur Seite. Es stellt sich auch die Frage, was die Bauherrschaft nun macht.» Sicher ist laut Schmid erst eines: Dass die Kappeler Baukommission von der Denkmalpflege in den nächsten Tagen Antwort auf ihre Anfrage bekommen wird.

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