Fussball und Ski im TV Trumpf

TV-Renner Nummer 1: Das WM-Qualifikationsspiel zwischen der Schweiz und Israel.

Schweiz - Israel

TV-Renner Nummer 1: Das WM-Qualifikationsspiel zwischen der Schweiz und Israel.

Fussball und Ski beherrschen den Schweizer Sport. 80 Prozent der TV-Hits 2009 beim Fernsehen SF stammen aus diesen Sportarten. Gegen Hitzfeld, Cuche und Co. hat selbst Roger Federer einen schweren Stand.

Richard Hegglin

Im Gegensatz zu 2008, als die Euro 13 Quoten-Millionäre kreierte, erreichten nur noch drei Sportübertragungen über eine Million Zuschauer: Das letzte WM-Qualifikationsspiel gegen Israel, die Lauberhorn-Abfahrt und der WM-Final der U17-Junioren gegen Nigeria.

Hier gehts zur Liste mit den zehn grössten TV-Hits im Sport.

Roger Federer verpasste mit 686800 den persönlichen Rekordwert aus dem Vorjahr (722900 nach dem Regenunterbruch) zwar knapp, ist aber mit den Finals in Wimbledon (8.) und Melbourne (18.) erstmals doppelt in den Top 20 vertreten. Ebenfalls zum ersten Mal figuriert er mit sämtlichen Grand-Slam-Finals sowie dem Endspiel der Swiss Indoors in den Top 100.

Mit über 50 Prozent konnte der Skisport seine Position in den Top 100 (von insgesamt 765 Übertragungen) noch ausbauen. 45 Sendungen betreffen den alpinen Skisport, vier das Skispringen (mit Innsbruck/44. Rang als Top-Event) und zwei den Langlauf. Obwohl die meistbeachtete Veranstaltung, der 10-km-Lauf der Tour de Ski mit Dario Cologna, «nur» den 68. Platz belegte, war noch nie ein Langlauf-Anlass so gut platziert. 27 Übertragungen erreichten über 50% Marktanteil (MA), 24 im Ski, 2 im Tennis und 1 im Fussball.

Einen Absturz erlebte der Automobilsport. Die Formel1, sonst die dritte Kraft hinter Ski und Fussball, schaffte es mit dem entscheidenden GP von Brasilien (37. Rang) gerade noch einmal in die Top 100. In diesen ist dank der WM im eigenen Land Eishockey so gut vertreten wie nie zuvor (6-mal). Die Top 20 verpassten die Eishockeyaner trotz Heimvorteil indessen knapp. Und der Spengler-Cup scheiterte trotz der Endspiel-Teilnahme des HC Davos ein weiteres Mal an der Top-100-Marke (104. Rang). Auch Tom Lüthi, einst vor Federer Sportler des Jahres, verpasste die Top 100 bei weitem (bester Motorrad-GP 240. Rang/195600).

Ein Phänomen bleibt Didier Cuche, der als zweiter Sportler nach Lüthi gegen Weltstar Federer den «Sport Award» gewann. Er profitierte von der Renaissance des Skisports, die er selbst mitausgelöst hat. Die drei Skirennen mit den meisten Zuschauern sind alles Abfahrten, die Lauberhorn-Abfahrt (Nr. 2), die WM-Abfahrt (Nr. 5, auch wenn Cuche im Super-G Weltmeister wurde) und Kitzbühel (Nr. 8).

800000 schauten am Hahnenkamm-Rennen zu, so viele wie noch nie. Der fürchterliche Sturz von Daniel Albrecht im Training weckte Emotionen und lockte Zuschauer an. Dieses voyeuristische Phänomen ist, ob man es eingestehen will oder nicht, eines der Gründe für die Faszination des Abfahrtssports.

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