rasen
Fussball bei allen Wetterlagen im Zelgli

Es ist ein lange gehegter Wunsch: Der FC Schlieren möchte einen Kunstrasenplatz. Sagt das Parlament am Montag Ja, könnte im Herbst 2010 der Bau beginnen.

Drucken
Teilen
Fuss

Fuss

Limmattaler Zeitung

Sidonia Küpfer

«Der FC Schlieren ist unbedingt auf einen Kunstrasen angewiesen», sagte Präsident Herbert Wetzel. Mit einer flammenden Rede versuchte er die Zuhörerschaft im Klubhaus von der Notwendigkeit des Baus eines Kunstrasenplatzes zu überzeugen. Dort, im Vereinshäuschen des FC Schlieren, wurde am Dienstagabend das Projekt «Kunstrasen Zelgli» vorgestellt. Rund 20 Interessierte fanden sich zur Informationsveranstaltung ein, die meisten von ihnen werden am Montag im Gemeinderat über einen Kredit in Höhe von 1,95 Millionen Franken abzustimmen haben. Die Chancen für den Kunstrasen scheinen intakt.

Entspannung für Trainingsbetrieb

Herbert Wetzel schilderte die angespannte Trainingssituation des FC Schlieren. Momentan könne der Verein mit 560 Mitgliedern, davon über 200 Junioren, keine weiteren Juniorenteams mehr gründen. Das geplante Feld solle in erster Linie den Trainingsbetrieb unabhängig von Wetterkapriolen ermöglichen, aber auch Ausweichmöglichkeiten für Meisterschaftsspiele bieten und schliesslich die Rasenplätze entlasten. Diese seien im Frühjahr und im Herbst oft nicht bespielbar, so Wetzel. Der FC müsse sich momentan bei den umliegenden Kunstrasenplätzen einmieten (siehe Kasten). Der Sandplatz, der wie an diesem Abend für Schlechtwetter-Trainings benutzt wird, genüge den Anforderungen nicht mehr: «Da treten die Fussballer manchmal knöcheltief im Wasser.»

Standort hängt vom Grundwasser ab

Die Vorlage des Stadtrates, der an diesem Abend mit Liegenschaftenvorstand Toni Brühlmann und Werkvorstand Christian Meier vertreten war, sieht vor, auf dem Feld des Sandplatzes einen Kunstrasenplatz zu bauen. Dafür muss das Parlament über einen Kredit von 1 948 000 Franken befinden, wovon 200 000 Franken in der Investitionsrechnung 2010 und der Restbetrag im Jahr 2011 anfallen.

Wegen der Auflagen des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (Awel) kämen die Felder zwei und drei als Standorte nicht infrage, sie liegen zu nahe am Grundwasser. Theoretisch möglich wäre der Bau auf dem Hauptfeld. Platz eins sei aber am besten erhalten und gewissermassen «das Prunkstück», er solle erhalten bleiben, so Wetzel.

Bauer müsste Kulturland abtreten

Der Standort Sandplatz hätte aber Konsequenzen für Bauer Ueli Weidmann, der das anliegende Ackerland bewirtschaftet: Er müsste 2011 ein Stück Land in der Grösse eines halben Fussballfeldes für den Kunstrasen abtreten. «Ich habe zwar keine Freude daran, aber ich bin auch nicht grundsätzlich dagegen», sagte Weidmann dazu.

Das Projekt sieht den Bau eines Kunstrasenspielfeldes von 110 auf 66 Meter inklusive Beleuchtung und Bewässerung vor, wie der mit der Planung beauftragte Landschaftsarchitekt Frank Heinzer erklärte. Das Feld würde den Anforderungen für Meisterschaftsspiele bis 2. Liga (Männer) oder bis NLA (Frauen) genügen, könne aber auch aufgeteilt werden auf zwei Felder für Juniorenspiele mit Siebner-Teams. Damit sollte es bei kritischem Wetter zu weniger Spielabsagen kommen. Zudem könnten auch die Schulklassen des Zelgli-Schulhauses den Kunstrasenplatz benutzen.

Heinzer erläuterte, dass aufgrund der Nähe zum Grundwasser eine Abdichtung des Platzes nach unten nötig sei, was das Projekt teurer mache als andere Kunstrasenplätze. Über der Abdichtung komme eine 50 Zentimer dicke Fundationsschicht aus Kies zu liegen. Darüber folgt ein fünf Zentimeter hoher Drainasphalt, welcher das Wasser durchlässt, das danach über eine Leitung in die Limmat abgeführt werde. Schliesslich folgt zuoberst der Teppich mit 6 bis 7 Zentimeter hohen Gräsern aus Gummi. Wird der Kredit am Montag bewilligt, so sieht der Fahrplan einen Baubeginn im Herbst 2010 vor.

Grundsätzlich ablehnende Voten waren an diesem Abend von den Gemeinderäten und -rätinnen nicht zu vernehmen. Die Befürchtungen, ob die teure Anlage nicht zum Ziel von Vandalen werden könnte, entschärfte Heinzer unter Verweis auf die komplette Einzäunung. Zur Frage nach den Nachteilen der Anlage meinte er schmunzelnd: «Sie riecht halt nicht nach Gras.»

Aktuelle Nachrichten