Basel
Für niemanden gibt es einen Grund, rot zu sehen

Damit der Stadtverkehr flüssig rollt, braucht es Lichtsignalanlagen. Sie sorgen dafür, dass sich Verkehrsteilnehmer nicht in die Quere kommen.

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Grüne Ampel

Grüne Ampel

Keystone

Andrea Mašek

Alle sehen immer nur rot an der Ampel, ob Fussgängerin, Velofahrer, Autolenkerin oder Tram- und Buspassagier. Dieser Eindruck täuscht. Die 125 Lichtsignalanlagen in Basel-Stadt funktionieren meist einwandfrei, sind so optimal wie möglich auf den Verkehr und alle seine Teilnehmer eingestellt. Verantwortlich dafür ist nicht mehr die Polizei, sondern das Ressort Verkehrssteuerung im noch neuen Amt für Mobilität, das im Bau- und Verkehrsdepartement angesiedelt ist.

Die Ampeln sind also keine Schikane, sondern dienen in erster Linie der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, wie Amtsleiter Alain Groff erklärt. Sie verhelfen den schwächeren Verkehrsteilnehmern, den Fussgängern und Velofahrern, zu kürzeren Wartezeiten und lassen den Verkehr effizient rollen. Und sie gewähren dem Öffentlichen Verkehr (ÖV) den Vortritt.

Stampfen hilft nichts

Viele Auto- und Velofahrer wissen nicht, dass wenn sie an einer Ampel links abzweigen und ein volles grünes Licht sehen, der Gegenverkehr und die Fussgänger Vortritt haben. Nur bei einem grünen Pfeil haben alle anderen rot. Das Amt für Mobilität weist zudem daraufhin, dass Fahrzeuge korrekt bei der Haltelinie warten, nicht darüber hinaus fahren sollten. Nur dann werden sie von der Induktionsschlaufe erfasst, die dies an die Ampel weiter meldet. Velofahrer sollten auch nicht ganz nah am Strassenrand stehen, da so keine Anmeldung erfolgt. Es ist übrigens ein Irrtum zu glauben, durch herumtrampeln auf der Schlaufe wird es schneller grün. Und auch mehrmaliges Drücken an einer Ampel nützt nichts. (AJM)

Davon können sich die Medien selbst überzeugen. Ressortleiter Clemens Huber lässt sie an der Bankvereinkreuzung einen ausgiebigen Blick in den «Schaltkasten» am Steinenberg werfen. Nähert sich ein Tram, wird via Antennen an den Fahrleitungen gefunkt - und dabei blinkt jedes Mal ein rotes Lämpchen auf -, dass zu einem genau berechneten Zeitpunkt die Ampel auf Grün geschaltet werden muss. Und sie tuts. Verfolgt man all die anderen Lämpchen im Kasten, glaubt man auch sofort, dass die rund 7000 Lampen der ca. 2500 Ampeln der 125 Lichtsignalanlagen jede Sekunde geschaltet werden müssen und sie in Spitzenzeiten an die 8000 Personen sicher über Kreuzungen weisen.

Jede einzelne Lichtsignalanlage ist autonom, hängt aber an einem zentralen Rechner. Dieser sorgt unter anderem für die sogenannte Grüne Welle. Der 30-jährige Rechner wird bald von einem topmodernen abgelöst, dank dem dann Störungen noch schneller behoben werden können, weil er präzisere Informationen weitergeben kann.

Verkehrsteilnehmer, die Störungen feststellen, können diese übrigens der Allmendverwaltung melden. Laut Huber gibt es pro Woche ungefähr zehn Störungen.

Die Anzahl Lichtsignalanlagen in Basel-Stadt bleibt immer etwa konstant. Während hier eine durch einen Kreisel abgelöst wird, plant man andernorts eine neue. Neue Infrastrukturen (zum Beispiel neue Stadtquartiere) oder neue Entwicklungen im ÖV-Netz bedingen neue Anlagen. Ampeln werden aber auch an Unfallgefahrenpunkten installiert. Die Planung dauert an die drei Jahre, die Realisierung sechs Monate. Eine Anlage kommt auf 0,2 bis 1,5 Millionen Franken zu stehen.

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