Fünf Freunde und 20 Instrumente

Die Swiss Ländler Gamblers haben bei ihrem Besuch in Dietikon mit einem abwechslungsreichen Repertoire und viel Charme begeistert. Die traditionelle Volksmusik machte nur einen Teil des Konzerts aus.

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Aargauer Zeitung

Kathrin Schaffner

Standing Ovations, freudige Juchzer und ein Musikant, der seinem Kollegen auf den Schultern sitzt - so sah das fulminante Ende eines gelungenen Konzertabends aus. Über zwei Stunden zeigte das sympathische Quintett aus den Kantonen Bern und Freiburg, weshalb es vor zwei Jahren zum «Ländlerstar 2007» gekürt worden war.

Musikalische Geschichte

Doch die traditionelle Volksmusik deckt nur einen Teil des Repertoires ab. Bei den Gamblers darf jeder seine individuelle musikalische Geschichte einbringen, und so entsteht ein innovativer Mix aus Volkstümlichem, Dixieland Jazz sowie Unterhaltungsmelodien aus aller Welt. Virtuos, wie Bruno Raemy mit seinem Schwyzerörgeli mühelos die Stilrichtungen wechselte. Dass er daneben auch Akkordeon, Mundharmonika und Piano spielt, ist bei dieser Gruppe nichts Aussergewöhnliches, denn alle fünf Musiker beherrschen mehr als ein Instrument. André Schornoz tauscht seinen Kontrabass schon mal gegen einen Elektrobass ein, und Willi Bollier hatte gleich acht Instrumente mitgebracht.

Tanzbare Musik

«Welche Stücke wir heute Abend spielen werden, wissen wir noch nicht», erklärte Peter Grossen, der mit Schwyzerörgeli und Akkordeon angereist war, vor dem Konzert. «Reihum darf jeder Musiker den nächsten zu spielenden Titel wählen. So können wir besser auf das Publikum eingehen.» Und diesem gefiels. «Das wäre doch grossartige Tanzmusik», meinte Verena Wyler aus Dietikon. Und tatsächlich wagte sich zu späterer Stunde ein mutiges Tanzpaar nach vorne. «Wir sind bereits zum dritten Mal an einem Konzert der Swiss Ländler Gamblers. Als wir hörten, dass sie bei uns in Dietikon spielen werden, wollten wir uns das natürlich auf gar keinen Fall entgehen lassen», sagte Gordana Popov und strahlte dabei ihren Tanzpartner Rolf Eschmann an, der das Konzert «sensationell» fand. So viel Freude wirkte ansteckend, und bald darauf wirbelten sechs Tanzpaare über den Kirchplatz. Bei «Creole Jazz» fing dann selbst Willi Bollier beinahe an zu tanzen. Für seine temporeiche Interpretation auf der Klarinette erntete er tosenden Applaus.

Dass die fünf Musiker auch nach elf gemeinsamen Jahren glücklich sind, wenn sie miteinander auf der Bühne stehen, war nicht zu übersehen. An die Konzerte fahren sie immer mit ihrem Bus. «Auf diesen Fahrten erzählt man sich schon einiges aus seinem Leben», so Peter Grossen. «Das schweisst zusammen.» Moderator René Schmid, mit Klarinette, Saxofon und Schwyzerörgeli auf der Bühne, kam mit seinem lockeren Mundwerk beim Publikum gut an. Ein Umstand, der ihn augenzwinkernd schlussfolgern liess, dass die Dietiker Humor besässen.

Fans von nah und fern

Als auch bei einem weniger bekannten Stück von Anfang an mitgesungen wurde, war klar, dass manche wohl nicht zum ersten Mal an einem Auftritt der Swiss Ländler Gamblers dabei waren. Ernst Berweger von der Kulturkommission Dietikon zeigte sich sehr zufrieden mit dem Konzertabend. Er hatte die Veranstaltung im Rahmen von «Kultur in Dietikon» organisiert und bestätigte, dass «Fans von nah und fern» angereist seien. Und ein Blick in die über 200 begeisterten Gesichter machte deutlich, dass sich der Weg, ob kurz oder lang, gelohnt hatte.

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