Polanski

«Für mich ist er ein Fremder»

Zur Verhaftung von Roman Polanski sagt Samantha Geimer, die als 13-Jährige vom Regisseur vergewaltigt wurde, nichts. Was die heute 45-Jährige über Polanksi denkt, ist ein einem Artikel nachzulesen, der vor sechs Jahren in der «Los Angeles Times» erschien.

Es sei in keiner Weise einvernehmlicher Sex gewesen, zitiert tagesanzeiger.ch aus dem Artikel. «Ich sagte Nein, mehrmals Nein, aber er akzeptierte mein Nein nicht.» Sie sei allein gewesen und habe nicht gewusst was sie tun sollte, schrieb Geimer in der «Los Angeles Times». Im Rückblick sei es furchterregend und sehr gruselig gewesen. Es könne kein Zweifel daran bestehen, dass er etwas Furchtbares getan habe.

«Ich hegen keine schlechten Gefühle ihm gegenüber, aber auch keine Sympathie. Für mich ist er ein Fremder», schrieb Geimer in Zusammenhang mit der Nominierung von Polanski für einen Oscar im Jahr 2002.

Geimer spricht sich für eine Ende der Verfahrens gegen den Star-Regisseur aus. Die leide darunter, dass immer wieder Einzelheiten des damaligen Vorfalls ausgebreitet würden. Sie führe heute ein glückliches Leben, habe drei Söhne und einen Ehemann. Sie wohne an einem schönen Ort und geniesse ihre Arbeit.

Etwas aber störe sie: «Was mir 1977 passiert ist, stösst vielen Mädchen immer noch Tag für Tag zu. Dennoch interessieren sich die Leute immer noch für mich, nur weil Polanski ein Star ist. Das kommt mir sehr ungerecht vor.» Einen grossen Wunsch hat Samantha Geimer: Sie möchte nicht mehr an das schreckliche Ereignis erinnert werden. (mu)

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