Für ein Jahr «Orte zum Leben»

Stiftungsleiter Charly Suter und seine Assistentin Cindy Johler vor einem der drei Pavillons. (Bild: Peter Schmid)

pavillon staufen.jpg

Stiftungsleiter Charly Suter und seine Assistentin Cindy Johler vor einem der drei Pavillons. (Bild: Peter Schmid)

Um das Wohnheim in Staufen durchgreifend sanieren zu können, muss es ganz und gar geräumt werden. Während eines Jahrs geht die Belegschaft in ein Provisorium.

Peter Schmid

Drei Pavillons werden für 36 Klienten und rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung für Behinderte für ein Jahr «Orte zum Leben», wie das Logo der Stiftung lautet. Mit der Züglete ins Provisorium müssen die Klienten keineswegs auf Komfort verzichten. Im Gegenteil: In den drei Pavillons, die in Staufen zwischen Aarauerstrasse und Schafisheimerstrasse auf einem Grundstück der Firma Doninelli AG entstehen, werden die Bewohner ausschliesslich in gut 13 Quadratmeter grossen Einerzimmern untergebracht - im Wohnheim gibts noch immer Zweierzimmer.

Pavillons sind voll funktionstüchtig

Die Pavillons, die 30 Meter lang und 12 Meter breit sind, verfügen pro Gruppe zu je sechs Personen zudem über ein Teamleitungszimmer, einen grosszügigen Aufenthaltsraum mit Küche und zwei Nasszellen, von denen eine als Pflegebad ausgebaut ist, sowie Räume für Gesundheitsdienst und Nachtwache.

«Das Provisorium muss während der Sanierung des Heims voll funktionstüchtig sein», fasst Stiftungsleiter Charly Suter zusammen. Am 15. Oktober wird die Züglete abgeschlossen sein. Kurz vorher beziehen 18 weitere Klienten eine neue Aussenwohngruppe an der Zopfgasse in Staufen.

Die drei Pavillons werden bei der Firma Erne in Laufenburg montiert und stückweise auf die Fundamente in Staufen gesetzt. Die Holzkonstruktion ist mit nicht brennbaren Gipsfaserplatten verkleidet, und die Fassaden bestehen aus Kunstfaserplatten. Suter betont, dass der Sicherheit grosse Bedeutung zugemessen werden muss, denn ein Brand könnte ja verheerende Folgen habe.

Jeder Pavillon besitzt zwei Eingänge, für jede Wohngruppe einen. Wenn in einem Jahr das Provisorium ausgedient haben wird, werden die Pavillons weiterverwendet. Sie werden von der Firma Erne zurückgekauft, sofern die Stiftung nicht einen andern Käufer findet. Von den drei Millionen, die jetzt investiert werden müssen, wird somit ein schöner Teil in die Kasse der Stiftung zurückfliessen.

Wohnlich in jeder Beziehung

Der Begriff Provisorium weckt Assoziationen, die für die drei Pavillons nicht zutreffen. Sie sind in jeder Beziehung wohnlich gestaltet und voll ausgerüstet, sogar mit einem Cablecom-Anschluss. Ebenso sorgfältig wird die Umgebung gestaltet, in der das Grün von geteerten Wegen durchzogen wird, um die Rollsstuhlgängigkeit nicht nur im Innern, sondern auch aussen zu gewährleisten. In einem Jahr wird wieder der ursprüngliche Zustand hergestellt, das heisst, dass auch die Fundamente wieder ausgehoben werden müssen.

Den Standort in unmittelbarer Nähe der neuen Werkstätte und des Behindertenwohnheims bezeichnet Suter als ideal. Zudem liegt sozusagen vor den Pavillontüren die Bushaltestelle Kreuzstrasse. Wenn die neuen Werkstätten Mitte Oktober bezogen werden, ist die Infrastruktur der Stiftung an einem Standort konzentriert.

Meistgesehen

Artboard 1