Für die Strassenkinder

Mädchen putzen in Baden Schuhe. (Bild: rwi)

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Mädchen putzen in Baden Schuhe. (Bild: rwi)

Badener Mädchen im Einsatz für Gleichaltrige in armen Verhältnissen.

Ruth Wiederkehr

Es ist Samstagnachmittag, die Stadt ist dicht bevölkert. Gleich neben dem Stadtturm sitzen fünf Mädchen, die Frauen und Männer ansprechen, ob sie ihre Schuhe polieren wollen. Neben dem Löwenbrunnen steht ein Tisch mit einigen Tellern Kuchen und Krügen mit Tee, Kaffee und Milch. Und vis-à-vis drehen zwei Mädchen mit Einrädern Runden, ein weiteres macht zu Musik Kunststücke mit dem Diabolo.

In der ganzen Stadt sind Zweierteams unterwegs und bieten seit 13 Uhr auf Bauchladen Bonbons und Weihnachtskarten an. Was ist hier los? Céline, die eine Beige Zeitungen auf dem Arm hält, klärt auf: «Wir sammeln für die Strassenkinder. Wollen Sie eine Zeitung, wo alles drinsteht?»

50 Jahre Kinderrechte

Wie bereits in den letzten vier Jahren haben am vergangenen Samstagnachmittag rund 25 Mädchen aus dem Blauring Baden an der Aktion «Strassenkind für einen Tag» des Kinderhilfswerks Terre des hommes teilgenommen. Vor fünfzig Jahren, am 20. November 1959, hat die Generalversammlung der UNO die erste Erklärung zu den Rechten des Kindes verabschiedet. Seither wird an diesem Tag der Kinderrechte gedacht und betont, dass Kinder ein Recht beispielsweise auf Leben, Bildung oder Spiel haben. Rund 5000 Kinder und Jugendliche in der ganzen Schweiz sind dieses Jahr im Rahmen der Aktion von Terre des hommes als Strassenkinder unterwegs gewesen und haben so auf die weltweit 120 Millionen Kinder ohne Zuhause aufmerksam gemacht.

Unbequeme Bauchladen

Trotz der vielbeschworenen Finanzkrise können die Badener Blauringmädchen einen Erfolg verzeichnen: Ein Dutzend Kuchen und zahlreiche Gritibänzen wurden gegen eine Spende an die Passanten verteilt und bis zu hundert Leuten die Schuhe geputzt. Und die Strassenkünstlerinnen haben sich auf den dicht bevölkerten Strassen am Samstagnachmittag einen Platz ergattern können. «Der Bauchladen war richtig unbequem», sagte kurz vor 17 Uhr ein Mädchen, als es müde an die Wand lehnt. «Gut, dass du das nicht jeden Tag machen musst», meinte eine der Leiterinnen.

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