Fünf Längwald-Hirsche sind erlegt

Fünf Längwald-Hirsche sind erlegt

Fünf Längwald-Hirsche sind erlegt

Die Jagd ist seit gestern beendet. Wegen einer illegal abgeschossener Hirschkuh gibt es jetzt eine Strafanzeige.

Samuel THomi

Nur vier Tage dauerte es, bis die fünf vom Kanton zum Abschuss freigegebenen Längwald-Hirsche getroffen wurden. Dazu kam es, weil ungefähr 30 Rothirsche seit ein paar Jahren auf ihrer natürlichen Ausbreitungsachse von den Alpen in den Jura südlich der A1 zwischen Wangen an der Aare bis gegen Olten aufgehalten werden. Dabei entstehende Schäden an Wäldern und Kulturen gaben in jüngerer Zeit entsprechend immer wieder zu reden.

Daher hatte sich der Kanton Bern dieses Jahr zum ersten Mal entschieden, eine beschränkte Anzahl der schadenstiftenden, ansonsten geschützten Rothirsche zum Abschuss freizugeben. Nach dem raschen Erreichen dieses Zieles hat der bernische Jagdinspektor Peter Juesy die Hirschjagd im so genannten Wildraum 4 gestern Sonntag denn auch bereits wieder geschlossen, teilte der Kanton am Nachmittag mit.

Hirschmutter vor Jagdbeginn erlegt

Während auf der offiziellen Rothirsch-Jagd offenbar alles sauber verlief, kam es vor Jagdbeginn am 1. September zu einem illegalen Abschuss. Wie die Untersuchungen erst gestern Sonntag ergeben hätten, sei drei Tage vor der Jagd eine milchtragende Rothirschkuh illegal erlegt worden. Daher werde beim zuständigen Untersuchungsrichter heute eine Strafanzeige gegen die unbekannte Täterschaft eingereicht, schreibt der Kanton.

Im übrigen Kanton – den Wildraumgebieten des Emmentals und Oberlandes – laufe die Hirschjagd derweil weiter. Total sind 2010 im Bernbiet 265 «Könige der Wälder» zum Abschuss freigegeben. Ergebnisse vergangener Jahre zeigen aber, dass dies ein ehrgeiziges Ziel ist. Verziehen sich doch die aufgescheuchten Hirsche vorab am nördlichen Thunerseeufer bei gutem Wetter oft in den ersten Jagdtagen in höhere Lagen oder Banngebiete.

Erfreut über den raschen Jagderfolg im Längwald bei Niederbipp ist der Kanton aber noch aus einem anderen Grund: «Befürchtungen, wonach der Jagdbetrieb das Aufenthaltsgebiet der dortigen Hirsche stark beunruhigen und damit das vom Bundesamt für Umwelt (Bafu) angeregte Übersiedlungsprojekt beeinträchtigen könnte, haben sich wegen der kurzen Jagddauer als unbegründet erwiesen.»

«Problematisch – nicht nachhaltig»

Statt die A1-Querung vorzuziehen (vgl. Text unten) beschloss das Bafu, ein paar Hirsche in den Jura umzusiedeln. Bund und Kanton Solothurn wollen im Winter starten. Bern kritisiert das Vorhaben als «problematisch» und «nicht nachhaltig» – will zur «Notlösung» aber Hand bieten.

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