dunkler Goldafter
Fuchsrote Härchen, die Juckreiz verursachen

Kommen die Haare der Raupe mit der Haut in Kontakt, fängt es gehörig an zu jucken. Die Umweltkommission von Messen hat eigens ein Info-Schreiben herausgegeben.

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dunkler Goldafter

dunkler Goldafter

Solothurner Zeitung

Corinna Marti

Graubraun marmoriert, rotorange gesprenkelt und fuchsrot behaart. Hübsch sieht die 4.5 cm lange Raupe des dunklen Goldafters aus. Doch sie scheint Berührungsängste zu haben. Ihre Haare sind auch bekannt als Brennhaare. Wer mit diesen Brennhaaren in Kontakt kommt, muss einige Tage starken Juckreiz aushalten.

Und zwar überall dort, wo die Haut in Kontakt mit diesen Haaren gekommen ist. Dieser Juckreiz bedeutet für den Menschen zwar kein grosses Gesundheitsrisiko, er ist aber äusserst unangenehm.

Duschen und die Kleider wechseln

«Es ist das erste Mal, dass sich diese Raupe in Messen verbreitet», sagt Fritz Ritter, Präsident der dortigen Umweltkommission. Es sei deshalb wichtig, die Bevölkerung auf diese Raupe aufmerksam zu machen. «Durch die immer geringere Verwendung von Pestiziden, kann sich die Raupe des dunklen Goldafters stärker vermehren», erklärt Ritter.

Die Umweltkommission Messen hat jetzt ein Informationsschreiben herausgegeben, welches auf der Internetseite der Gemeindeverwaltung zu finden ist.

Wer mit der Raupe bzw. ihren Brennhaaren in Kontakt kommt, soll so rasch als möglich duschen, empfiehlt die Umweltkommission. Die Haare müssen mit Shampoo ausgespült und die Kleider bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

«Messen ist der erste Ort im Kanton Solothurn, welcher ein Massenaufkommen dieser Raupen meldet», sagt Martina Ruh vom Bildungszentrum Wallierenhof in Riedholz. «Wenn sich Raupen an einem bestimmten Ort plötzlich so stark vermehren können, liegt das häufig daran, dass praktisch keine natürlichen Feinde, wie Vögel, Insekte und Pilzkrankheiten an diesem Ort vorkommen.»

Natürlicher Kreislauf

Der dunkle Goldafter tritt laut Martina Ruh immer zyklisch in grösseren Massen auf. Durch die starke Vermehrung der Raupen ist nach einiger Zeit wieder genügend Nahrung für die natürlichen Feinde vorhanden.

Dadurch können sich diese vermehren und so geht der Bestand der Raupen wieder stark zurück. Nach einer gewissen Zeitdauer ist zu wenig Nahrung für Vögel und Co. vorhanden, so dass sich auch deren Bestand verringert - oder aber sie suchen an einem anderen Ort nach ihrer Nahrung.

Der natürliche Kreislauf sollte eigentlich, so Ruh, alles selber regeln. «Wenn für die Menschen kein Gesundheitsrisiko bestehen würden, wäre diese Raupe nicht so bekannt geworden.»

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